s'Blättle

(Informationen, die auch im s'Blättle von Oberderdingen zu lesen sind)

Wir besuchen die Kirche in Bahnbrücken

Blick auf die Nord-Ost Ecke in der Sebastians-Kirche. Der untere Teil der Malerei ist als Vorhangmalerei ausgeführt.
Blick auf die Nord-Ost Ecke in der Sebastians-Kirche. Der untere Teil der Malerei ist als Vorhangmalerei ausgeführt.

Am kommenden Samstag, den 25.6.2022 organisiert unser Verein in Zusammen-arbeit mit dem Heimat- Kultur- und Trachtenverein Zaisenhausen den Besuch der Kirche St. Sebastian in Bahnbrücken. Wir treffen uns dort um 14.30 Uhr. Die Kirche enthält außerge-wöhnliche Fresken aus der ersten Hälfte des 15. Jahr-hunderts. Im Mittelpunkt steht die Gottesmutter, flankiert wird sie im Bildprogramm der Ostseite mit den Frauenheiligen Katharina, Barbara und Maria Magdalena, der  Männerheiligen Johannes der Täufer, Benedikt der Klostergründer und der Kirchenpatron Sebastian. An der Südseite steht Maria als Schutzmantelmadonna im Mittelpunkt des Bild-programms, Michael der Seelenwäger ist zu erkennen auch Bischöfe sind als Heilige darge-stellt. In den Fensterleibungen erkennt man die Heilige Agnes an ihrem Attribut dem Lamm und die einarmige Notburga mit der Hirschkuh und der Schlange, die ihr Kräuter bringt. Weil sie zum Christentum konvertierte, riss ihr der Vater den Arm heraus, erzählt die Legende.  

Bis 1806 gehörte Bahnbrücken zum klösterlichen Stabsamt  Derdingen, das ja den Besitz des ehemaligen Zisterzienserklosters Herrenalb im Kraichgau betreute. Ihm gehörten neben Bahnbrücken und Oberacker die Hälfte von Freudenstein mit Hohenklingen an. Im 15. Jahrhundert gehörte zur diesem Amt noch der Herrenalber Klosterbesitz in Gölshausen, Weishofen, Göbrichen,  Sprantal, Neidlingen und Nussbaum. Insofern ist unser Besuch in Bahnbrücken auch ein Ausflug in die Verwaltungsgeschichte des ehemaligen Stabsamts von  Derdingen. Bahnbrücken wurde erstmals 1219 genannt, kam dann in den Besitz  der Ebersteiner, die ihn ihrem „Hauskloster“ Herrenalb schenkten. 

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