s'Blättle

(Informationen, die auch im s'Blättle von Oberderdingen zu lesen sind)

Kirchenführer für Großvillars

Der Kirchenführer für Großvillars wurde am Kirchweihsonntag vorgestellt
Der Kirchenführer für Großvillars wurde am Kirchweihsonntag vorgestellt

Die Inneneinrichtung einer Waldenserkirche weicht deutlich von dem in Württemberg sonst üblichen Stil ab. Bis 1823 war dies in Großvillars auch so. Als reformierte Kirche hatte sie die Kanzel im Mittelpunkt, keinen Altar sondern einen Tisch, ein Taufbecken war unbekannt, insbesondere schmückte sie kein Kreuz. Mit jeder Baumaß-nahme, ob Unterhaltung oder Renovierung, glich sie sich dann dem im Lande üblichen Baustil an. Jetzt liegt ein 28 Seiten umfassendes Heft zur Kirche von Großvillars vor, in dem man dies nachlesen kann. Der Kirchenführer kostet 4 € und kann beim Bürger-verein Großvillars und bei Pfarramt käuflich erworben werden. Neben der Baugeschichte streift die Ausarbeitung das heutige Gemeindeleben, erzählt von den Umständen die zu ihrer Eingliederung in die Württembergische Landeskirche führten, birgt auch einen kurzen Abriss ihrer typisch waldensischen Vergangenheit. 

Einige Fragen bleiben aber trotz Recherche offen. „Le chandelier des vaudois“ in der Vorhalle wird von halbnackten Frauen gehalten, die auf einem wolkenähnlichen Gebilde schweben und Ölzweige (?) in der Hand halten. Es ist keine andere Waldenserkirche bekannt mit einem ähnlichen Bild. Auch der Segensspruch oder Wunsch passt eigentlich nicht recht zur dargestellten Allegorie. Gibt es (in der Schweiz?) wo anders ähnliche Bilder, wer hat den Entwurf gezeichnet?

Der Kirchenführer zeigt auch Bilder von heute nicht mehr benutzen liturgischen Geräten und ist damit etwas mehr als eine eindimensionale Beschreibung des Kirchengebäudes. Zwar ist der Heimatkreis Oberderdingen der Herausgeber, aber wir können ihn nicht kostenlos an unsere Mitglieder abgeben, das leistet die Finanzkraft unseres Vereins derzeit nicht. Gleiches gilt dann auch für das Lichtmessheft, das wir zusammen mit der Lichtmess-Partnergemeinde Glinde auflegen. Vor Weihnachten erhalten aber unsere Mitglieder noch den Rundbrief 58, der mit Artikeln auf diese beiden, nicht in der Druckschriftenreihe unseres Vereins untergebrachten Veröffentlichungen eingeht, sie quasi ergänzt.

Der Verfasser des Kirchenführers empfahl den Großvillarsern, das Heft mit einem Tupfer Heimatgeschichte als willkommenes Weihnachtsgeschenk für die auswärts wohnende Verwandtschaft zu nutzen, und so Verbindungen zu halten. Weshalb ja auch die Großvillarser Kirchweih zu seiner Vorstellung genutzt wurde. Sie leitet sich vom ersten Sonntagsgottes-dienst in der neuen Kirche am letzten Novembersonntag 1752 ab.

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