s'Blättle

(Informationen, die auch im s'Blättle von Oberderdingen zu lesen sind)

Unser Kerngeschäft

Voll besetzte Waldenserkirche in Großvillars
Voll besetzte Waldenserkirche in Großvillars

Im Gemeindearchiv sind jetzt alte Rech-nungsakten der ehe-maligen Gemeinde Großvillars, die ja keine Markung, sondern nur einen Steuerbezirk besaß. Damit kann man einen Einblick in die Lebensumstände der Waldensergemeinde in vergangenen Zeiten gewinnen, die sich doch in manchem vom damaligen Leben in Derdingen unterschieden. So gehörte Großvillars zum Klosteramt Maulbronn, wie auch Knittlingen. Derdingen selbst war ein eigenes klösterliches Stabsamt, was verschiedene Kon-sequenzen nach sich zog. Bei den Richtpreisen, die in der Weinrechnung jährlich festgelegt wurden, konkurrierte Großvillars z.B. mit den Spitzenlagen von Roßwag, ganz anders Derdingen, das Spitzenlage im Verhältnis zu seinen Amtsorten war. Auch in anderen wirt-schaftlichen Dingen lohnt der Vergleich: So arbeiteten beim Neubau der Großvillarser Kirche mehr Knittlinger als Derdinger Handwerker, und das Holz kam teilweise sogar aus dem badischen Teil des Schwarzwaldes. Die Bausteine jedoch holten sich die Großvillarser aus Freudenstein und Derdingen. Wahrscheinlich waren dafür neben der Entfernung auch die Abbaubedingungen entscheidend. Die Beifuhr der Steine mussten die Großvillarser Bürger unentgeltlich im Frondienst leisten.

Zum Kerngeschäft unseres Vereins gehört es, die Überlieferung, die sich in Archiven erhalten hat, zu publizieren und für den Gedanken der Heimatpflege zu werben. Deshalb geben wir die Rundbriefe heraus, die – wie wir aus unserer Mitgliederstatistik wissen – auch von auswärts wohnenden ehemaligen Derdingern, Flehingern, Sickingern und Großvillarsern gerne gelesen werden. Aspekte der Kirchengeschichte von Großvillars – die ja mit der Fertigstellung der ersten, heute nicht mehr vorhandenen festen Kirche von 1719 – also vor exakt 300 Jahren begann. Mit den jetzt zugänglichen Gemeinderechnungsakten kann man sie unter neuen Gesichtspunkten auswerten.

Es wird eine Publikation geben, entweder als kleinen Sonder- Kirchenführer oder bloß als einen ausführlicheren Aufsatz im nächsten oder übernächsten Rundbrief. Jedenfalls möchte der Heimatkreis diese Kirchengeschichte dokumentieren, und ist deshalb „scharf“ auf neue alte Bilder. Gefragt sind Innenaufnahmen heutige und frühere. Es sind Konfirmationsauf-nahmen im Kircheninneren gefragt. Frühe Bilder vom Großvillarser Kirchenchor oder Hochzeitsbilder, die in der Kirche aufgenommen wurden, ebenso Bilder von der Kinderkirche. 1952 wurde in Großvillars die 200- Jahrfeier des Kirchenbaus gefeiert, gibt es davon heute noch Aufnahmen und Zeitungsberichte? Im Jahr 1949 war die Feier zu Gründung der Commune Villars vor 250 Jahren, haben sich dazu Belege erhalten? Bitte sehen Sie in Familienfotos nach und fragen Sie bitte auch Ihre Verwandten z.B. in Knittlingen. Sie können die Fotos Herrn Oscar Combe zur Verfügung stellen, er wird sie Ihnen nach ein paar Tagen wieder unbeschadet zurückgeben. Sie müssen die Bilder auch nicht aus dem Album nehmen, diesem geschieht beim „Abfotografieren“ bzw. „Einscannen“ genauso wenig. Ebenso sind Vorkriegsbelege von Konfirmationsdenksprüchen gesucht, wie gesagt, örtliche Kirchenge-schichte zu dokumentieren gehört auch zur Kernaufgabe unseres Vereins.             

(2519)