s'Blättle

(Informationen, die auch im s'Blättle von Oberderdingen zu lesen sind)

Vom Sommerlorenz

Der Kupferstich vom Martyrium des Hl. Laurentius stammt aus der Barockzeit und wurde einem süddeutschen Heiligenkalender entnommen.
Der Kupferstich vom Martyrium des Hl. Laurentius stammt aus der Barockzeit und wurde einem süddeutschen Heiligenkalender entnommen.

Lange liegt die Zeit zurück, in der sich die Landbevölkerung nach dem Heiligenkalender richtete, und da war be-sonders in Weingegenden der 10. August rot angestrichen.

„Laurentius heiter und gut -- Einen schönen Herbst ver-heißen tut“ Man schaute an Lostagen schon nach dem Wetter, denn es gab ja keine amtliche Meteorologie welche erklären und voraussagen konnte, wie wohl

das Wetter wird. Aber Klimabeobachtung die gab es als „bäuerliche Wetterregeln“. Laurentius gehört zu den meist-verehrten Heiligen in aller Welt. In Rom folgt er gleich nach Petrus und Paulus, was die Stärke seiner Verehrung angeht. Man schenkte ihm kirchenamtliche Aufmerksamkeit. Die berühmte Basilika San Lorenzo fuori le mura in Rom wurde 330 über seinem Grab erbaut. Er ist der Patron der Derdinger Amthofkirche und der Kath. Stadtpfarrei Bretten, auch die Kirchen in Gündelbach, Großgartach, Hemmingen oder Neckarweihingen sind ihm geweiht. Der Rost im Oberderdinger Gemeindewappen nimmt auf sein Martyrium Bezug. Er ärgerte nämlich als Diakon in der Christenverfolgung den Kaiser Valerian, als dieser von ihm den Kirchenbesitz einforderte, und Laurentius ihm die Armen und Bettler Roms zuführte mit dem Bemerken, das wären die wahren Schätze der Kirche. Dieser Provokation folgte sein Todesurteil: man ließ ihn auf einem Rost zu Tode brennen. Der Legende nach soll er zum Henker gesagt haben: „der Braten ist schon fertig, dreh ihn um und iss!“ Dies war am 10. August 258 n. Chr.

Laurentius wurde als Kirchenpatron meist erst nach der Schlacht auf dem Lechfeld am 10. August 955 bekannt, mit der die verheerenden Ungarneinfälle nach Mitteleuropa gestoppt werden konnten. Er ist deshalb auch oft „Burgheiliger“, hilft bei Feuersgefahr, somit auch gegen die Qualen des Fegfeuers, steht den Armen Seelen bei und wird beim Ausbruch der Pest angerufen. Ähnlich wie der Heilige Urban sorgt er für das Gedeihen der Weintrauben. Er

gilt als Schutzparton für viele Berufe die mit Feuer und Glut zu tun haben, ist Patron der Archivare und Bibliothekare, da ihm in seiner Zeit als Diakon die heiligen Bücher anvertraut waren. Als „Laurentiustränen“ bezeichnet man die Sternschnuppen, die ab Mitte August in Schwärmen über den Nachthimmel huschen. Der Winterlorenz, Laurentius Justinianus, Bischof und Patriarch von Venedig, sein Fest fällt auf den 8. Januar, ist bei uns dagegen nahezu unbekannt.

Merken Sie in Ihrem Terminkalender vor: Wir fahren am Samstag, den 31.8.2019 nach Speyer und besuchen dort die Marylin Monroe Ausstellung. Kosten max. 19 € pro Person, Treffpunkt Stadtbahnhalt Industriegebiet 8.30 Uhr, zurück in Flehingen werden wir kurz nach 19 Uhr sein.

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