Aktuelles

Dengeln

Früher unverzichtbar, ist die Sense heute ein Mähwerkzeug für Nostalgiker und Freunde des schonenden Landbaus.
Früher unverzichtbar, ist die Sense heute ein Mähwerkzeug für Nostalgiker und Freunde des schonenden Landbaus.

Noch in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg mähte man bei uns das Futter fürs Vieh per Hand. Schlepper mit Mähbalken konnten sich die wenigsten Bauern leisten. Der Weinbau war Mittelpunkt ihrer Zu- oder Nebenerwerbslandwirtschaft. Fast alle gingen noch „ins Geschäft“. Grünfutter für eine oder zwei Kühe gab es Mai, man musste es mit der Sense mähen. Das funktionierte nur, wenn sie scharf war. Deshalb dengelte man sie abends oder am frühen Morgen auf einem kleinen Amboss. Zur Not tat es auch ein Stück von einer abgesägten Eisenbahnschiene. Zum Dengeln brauche man einen „Dengelhammer“. Ein Spezial-werkzeug mit einer kleinen Schlagfläche. Damit klopfte man einen schmalen Streifen entlang der Schneidekante der Sense dünn aus. Scharten in der Klinge verschwanden, weil man die Schneide so leicht nach vorne treiben konnte. Draußen im Feld schärfte man die Sense mit einem Wetzstein, den man in einem Holzfutteral, das Wasser enthielt, am Gürtel trug. Heute sind Dengelhämmer aus dem Inventar von landwirtschaftlichen Betrieben verschwunden.

Im übertragenen Sinne konnte in jenen vergangenen Zeiten auch der Lehrer unaufmerksame Kinder „dengeln“, also verprügeln.    

(2324)

Wir liefern jetzt den Rundbrief 67 aus

 Über das Grundstück dieses Hauses sollte einst die Bahn nach Kürnbach und weiter nach Sternenfels verlaufen.
Über das Grundstück dieses Hauses sollte einst die Bahn nach Kürnbach und weiter nach Sternenfels verlaufen.

Sofern Sie unseren Rundbrief 67 noch nicht erhalten haben, werden Sie ihn diese Woche in Ihrem Briefkasten finden – wenn Sie bei uns Mitglied sind. Die Mitgliedschaft kostet 10 € pro Jahr, dafür erhalten Sie zwei Hefte mit Aufsätzen zur Heimat-geschichte und Volkskunde. Dieses Jahr sogar noch eine Sonderveröffentlichung anlässlich des Stadtfestes am 16. Juni. Unsere Aktivitäten gehen über die Herausgabe von Rundbriefen hinaus. Im August fahren wir ins Lahntal, der Bus ist ausgebucht, im Sommer wollen wir in Altwiesloch die Kirche besuchen, die sich dort als ein Spiegelbild des Oberderdinger Kirchturms befindet. Und gegen Ende der großen Ferien fahren wir nach Konstanz zur Landesausstellung über das Kloster Reichenau. Wir sind also durchaus ein Mitmach-Verein, zählen sogar zu den größten Heimatvereinen in Baden-Württemberg.

Für die Nachwelt (und fürs Gemeindearchiv) sammeln wir alte Fotos. Manchmal erhalten wir Bilder, die nur schlecht einzuordnen sind. So beispielsweise das Foto eines Hauses an der Haustraße. Das Bild stammt wohl aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Das Haus steht noch. Es konnte an dieser Stelle gebaut werden, weil der Bahnanschluss Bretten, Knittlingen, Großvillars, Derdingen und Kürnbach nicht mehr verfolgt wurde. Vor gut 100 Jahren, 1923 in der Inflationszeit, wurden die Arbeiten eingestellt, und 1933 wurde entschieden, dass „das Dritte Reich“ auf die Straße und nicht auf die Bahn setzt. Die Geschichte der nicht gebauten Bahn vom Zabergäu nach Westen wäre auch ein Thema, das sich zu bearbeiten lohnte. Bilder vom damaligen Bahnbau und des Trassenverlaufes besonders auf der Derdinger Markung sind rar. Vielleicht findet man doch noch einschlägige Aufnahmen von diesem Vorhaben, für das z.B. auch der Wald beim Wilfenberg gerodet wurde. Man erkennt bei Großvillars noch den geplanten Trassenverlauf im Gelände. Aus strategischen Gründen wollte man die Bahnverbindung vor dem Ersten Weltkrieg bauen, um Truppen von Ludwigsburg aus schnell in den Westen verlegen zu können. 

(2224)

Rundbrief 67

 Der Heimatkreis besucht die Ausstellung „Nur Beten und Arbeiten?“ im Schloss Karlsruhe
Der Heimatkreis besucht die Ausstellung „Nur Beten und Arbeiten?“ im Schloss Karlsruhe

Bislang erschien der erste der beiden Rundbriefe, die wir pro Jahr herausgeben immer auf Ostern. Dieses Jahr wegen der Sonderveröffentlichung 20 „Stadt Oberderdingen – 50 Jahre Verwaltungsreform“ jedoch auf Pfingsten. Wir haben die Vorgabe knapp verfehlt, jetzt wird das Heft mit 80 Seiten unseren Mitgliedern eben erst nach Pfingsten zugestellt. Wir werden deshalb auch den Mitgliedsbeitrag von 10 € erst nach Pfingsten abbuchen. Dazu aber ein paar Anmerkungen: Unsere Kosten sind gestiegen, alles wird teurer. Das hängt auch damit zusammen, dass wir mehr Farbbilder in unseren Rundbriefen veröffentlichen. Wir wollen keinesfalls unseren sehr sozialen Jahresbeitrag erhöhen. Deshalb haben wir am vergangenen Donnerstag darüber diskutiert, wie wir unsere Einnahmen erhöhen können, ohne den Mitgliedsbeitrag anzutasten. Das Sympathischste wäre, wenn wir unsere Mitgliederzahl erhöhen könnten. Also Mitgliederwerbung, weshalb wir beim Stadtfest am 16. Juni 2024 mit einem Stand präsent sein werden.

Neben unseren Rundbriefen mit Aufsätzen zur Heimatgeschichte und Volkskunde bieten wir auch Exkursionen an. So waren wir zur Vorbereitung unserer Fahrt nach Konstanz zur Landesausstellung „Welterbe des Mittelalters“ 1200 Jahre Kloster Reichenau im Karlsruher Schloss und informierten uns in der dortigen Ausstellung „Nur beten und arbeiten?“ Dort waren eher die profanen Aspekte, also Dinge der Alltagskultur ausgestellt. Bei der Konstanzer Ausstellung geht es gezielt um das Leben im Kloster. Die dort gezeigten Kunstschätze sind in dieser Dichte durch das Entgegenkommen der Leihgeber einmalig. Im Mittelpunkt stehen die Handschriften des Reichenauer Scriptoriums oder auch die Person des Klostergründers Pirmin mit seinen Reliquien. Dinge, die man wohl in dieser Zusammen-stellung nicht mehr sehen wird. Wir werden die Konstanzer Landesaustellung im Spätsommer mit einem Ganztagesausflug besuchen. 

(2124)

Wir treffen uns am 16.5.2024

 „Wer kennt das Bild, wer kann Angaben zu diesem Haus machen“
„Wer kennt das Bild, wer kann Angaben zu diesem Haus machen“

Auf Pfingsten erscheint der Rundbrief 67. Er enthält Ausätze und Informationen zur Heimatgeschichte und Volkskunde unseres Raumes. Das Zaisenhäuser Kriegerdenkmal ist vor 100 Jahren errichtet worden, die Geschichte des Judenfriedhofs zwischen Gochsheim und Flehingen und vieles mehr steht in den 80 Seiten starken Heft. Bislang konnten wir auf Ostern das erste Jahresheft unseres Vereins den Mitgliedern zustellen, dieses Mal hat sich die Herausgabe verzögert, weil im Juni zum Stadtfest eine Sonder-veröffentlichung erscheinen wird, deshalb wurde es terminlich eng. Den Rundbrief 68 werden wir wieder auf Advent herausgeben. Wir suchen Autoren…

Weil wir die Rundbriefe vorfinanzieren müssen, werden wir Ende Mai, anfangs Juni unseren Jahresbeitrag von 10 € für 2024 von den Konten der Mitglieder abbuchen. Wir bitten diejenigen, deren Kontonummer sich geändert hat, dies, sofern noch nicht geschehen, uns mitzuteilen. Das ist deshalb notwendig, weil es unser Geld kostet, wenn wir eine falsche Kontoverbindung zum Einzug angeben.  

Auch dieses Jahr konnten wir unseren Mitgliedsbeitrag halten, und haben auch nicht vor, ihn nächstes Jahr zu erhöhen. Das heißt aber, wenn die Druckkosten weiter steigen, dass uns etwas einfallen muss, um die Mitgliederzahl zu erhöhen. Bislang hatten wir nach Foto-Ausstellungen immer einen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen. Vor vielen Jahren hatten wir in den Rundbriefen auch Anzeigen geschaltet, und weiter zurück hatten wir auch kostenpflichtige Weinproben angeboten. Eine weitere Option wäre auf Nachbarvereine zuzugehen, und sich um eine Kooperation ähnlich derjenigen, die wir seit 2021 mit Zaisenhausen pflegen, zu bemühen. Wenn die Auflage auf mehr Schultern verteilt wird, ist die Kostenbelastung per Mitglied geringer. Man könnte sich dann auch ein anderes Modell überlegen: Statt 160 Seiten in 2 Heften (wie jetzt), 180 Seiten in 3 Heften, also pro Heft 60 Seiten. Dafür würde der Heimatkreis einmal mehr in der Öffentlichkeit wahrnehmbar. Wir werden darüber diskutieren (aber noch nicht entscheiden!)  am Donnerstag, den 16. Mai 2024 um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof. Kommen Sie deshalb bitte zu dieser Zusammenkunft.

Der Gemeinde wurde ein altes Foto, leider ohne Kommentar zugeschickt. Kann jemand helfen?  Wenn Sie zu wissen glauben, was auf der Aufnahme zu sehen ist, sollten Sie bitte dies auf dem Rathaus, Vorzimmer des Bürgermeisters angeben, oder die Herren Kowarsch oder Breitinger informieren. 

(2024)

Nur beten und arbeiten?

 „Rodung des Hagenrain 1935“
„Rodung des Hagenrain 1935“

Im Sommer wollen wir uns die große Landesausstellung in Konstanz ansehen, sie beschäftigt sich mit der Klosterinsel Reichenau. Auch in Karlsruhe sind Begleit-Ausstellungen zu dem Thema „Mittelalter und Reichenau“ zu besichtigen. So zeigt das Generallandesarchiv bis 9. August unter dem Titel „Spurensuche – eine Kriminal-geschichte der Reichenau“, und die Landesbibliothek bis 14. September in einer Ausstellung „Alte Bücher – neue Inspiration“ wie Reichenauer Hand-schriften Künstler der heutigen Zeit beeinflussen.

Wir wollen uns aber am 11. Mai 2024 im Schloss Karlsruhe zum Einstieg und Vorbereitung unserer Fahrt nach Konstanz die dort gezeigten Dinge zum Thema „Aspekte klösterlichen Lebens“ ansehen. Die Ausstellung gibt Antworten auf die Frage „Nur beten und arbeiten?“, und ist insofern auch für die Klostergeschichte von Herrenalb interessant. Die Grundregeln allen mönchischen Lebens, die Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams galten sowohl bei den Zisterziensern als auch bei den Benediktinern. Aber die Klöster waren nicht nur religiöse, sondern auch soziale, kulturelle und politische Zentren, die über ihre eigene territoriale Basis ausstrahlten, ja Einfluss auf sämtliche Lebensbereiche nahmen. Im Karlsruher Schloss werden die Verbindungen der Lebenswelt von Laien und Klöstern im Mittelalter dargestellt. Oberderdingen lag im Mittelalter im Herrenalber Klostergebiet.

Wir fahren mit der Stadtbahn und treffen uns am Samstag, den 11. Mai 2024, um 13.30 Uhr am Haltepunkt Industriegebiet Flehingen (Zugabfahrt 13.41 Uhr). 

Ins Archiv des Vereins – und damit für die Zukunft gesichert-- kamen erneut ein paar Fotos. Danke für die großzügige Möglichkeit Fotos aus Familienalben zu scannen. 1935 wurde der Hagenrain gerodet und Weinberge angelegt. 

(1924)

Mitmacher sind willkommen

 „Vorsitz“, ein Thema das auf Bearbeitung wartet.
„Vorsitz“, ein Thema das auf Bearbeitung wartet.

Wir sind ein Verein, der sich um die Vergangenheit in unserer Gegend kümmert. Aus ge-schichtlicher Sicht, aus heimat- oder volkskundlicher Sicht, auch um die Beschreibung dessen, was war, und warum es so war. Dies ist nach unserer Auffassung deshalb wichtig, weil oft nur zufällig manche Dinge überliefert werden, zum Beispiel sind nur ganz wenige Fotos aus der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg gesichert, die das öffentliche Geschehen in unseren Teilorten zeigen. Aufmärsche, Versammlungen, Feste, das gab es, die wurden sicher auch fotografiert, aber Bilder davon: bislang zumeist Fehlanzeige. Hingegen haben sich aus dem Privatbereich Fotos erhalten wie Hochzeiten oder Konfirmationen.

Wir sind ein offener Verein, bei dem jeder mitmachen kann. Einer vertiefenden Bearbeitung wären die Facetten wert, die aufzeigen und begreiflich machen, wie die Veränderungen von der Bauern- und Weingärtnergemeinde zur Industriegemeinde in Derdingen verlief. Hier ist auch die Nachkriegszeit angesprochen. Oder Darstellung und Analyse der Wahlergebnisse in den letzten 100 Jahren. Also der Vergleich der einzelnen Ortsteilen miteinander und im Lande bzw., im Reich oder im Bundestrend. Es gibt eine Menge Themen bei deren Bearbeitung man keine Lesekenntnisse in Sütterlin haben muss. Welche Läden oder Gaststätten gab es, oder welche Sonderkulturen hatten früher die Bauern und wo? Auch Obstsorten und ihre Verbreitung wären ein interessantes Thema. Wir suchen Mitmacher, auch jüngere, die sich in der Recherche am Computer auskennen. Da ist ja heutzutage vieles möglich, nur wissen sollte man, wie dies geht, und da sind die jüngeren den Alten haushoch überlegen. Besonders die suchen wir. Am 16. Mai bei unserem nächsten Treffen im Flehinger Bahnhof wäre eine gute Gelegenheit, um bei und mit uns neue Wege in der Vereinsarbeit beim Heimatkreis Oberdingen zu beschreiten. 

(1824)

Rundbrief 67 in Vorbereitung

Ansicht von Flehingen um 1920, in der Mitte das inzwischen abgerissene Bissinger-Haus. (Bild Oswald Lingenfelser). Der Kirchgessnerplatz -hier noch als freie Fläche- wurde erst ab 1925 bebaut.
Ansicht von Flehingen um 1920, in der Mitte das inzwischen abgerissene Bissinger-Haus. (Bild Oswald Lingenfelser). Der Kirchgessnerplatz -hier noch als freie Fläche- wurde erst ab 1925 bebaut.

Bis Ende dieser Woche sollten die Manuskripte für den Rundbrief 67 möglichst bei Heinrich Kowarsch zur Formatierung vorliegen, damit auf Pfingsten das Heft an unsere Mitglieder zugestellt werden kann. Eine enge Terminvorgabe! Aber bei der Besprechung am vergangenen Donnerstag im Flehinger Bahnhof war man der Meinung, dass man versuchen sollte diesen Plan einzuhalten. Die Broschüre wird voraussichtlich wieder 80 Seiten Text und Fotos umfassen, die sich um volkskundliche und heimatgeschichtliche Themen drehen. Dies hat auch zur Folge, dass wir dann auf Mitte Mai den Vereinsbeitrag für 2024 abbuchen. Er ist mit 10 € schon seit Jahrzehnten stabil.

Wir werden im Mai mit der Regionalbahn nach Mannheim in die Ausstellung „Rom lebt! – Mit dem Handy in die Römerzeit“ fahren. Den Termin für diese Samstagsnachmittagsfahrt werden wir rechtzeitig vorher im Blättle veröffentlichen. Damit nehmen wir die „vor Corona“ für unseren Verein in den Sommermonaten üblich gewesenen Museumsbesuche in der Region wieder auf. In Karlsruhe werden wir uns die Ausstellung „Nur beten und arbeiten – Aspekte klösterlichen Lebens“ im Schloss ansehen. Damit bereiten wir eine mögliche Fahrt nach Konstanz zur großen Landesausstellung „1300 Jahre Kloster Reichenau, Welterbe des Mittelalters“ vor. Dies wird ein Ganztagsausflug im Juni sein, wenn das Wetter hoffentlich stabil, sonnig und „ausflugstauglich“ ist. Auch diesen Termin werden wir noch zeitnah ankündigen.

Ein weiteres Thema wurde am vergangenen Donnerstag angesprochen: der Kirchgessnerplatz, wo vor genau 100 Jahren die Gemeinde Flehingen zur „Konjunkturankurbelung“ Bauplätze zu günstigen Konditionen vergab. Nach dem Ersten Weltkrieg war im ganzen Land akuter Wohnungsmangel, ja Hoffnungslosigkeit. Das Rheinland war französisch besetzt, die Inflation hatte die Ersparnisse „aufgefressen“, Arbeitsmöglichkeiten gab es kaum. Eine Gruppe um Franz Weber befasst sich mit dem Thema vertiefend. Insbesondere werden alte Fotos gesucht, welche die Häuser möglichst so -wie sie in der Vorkriegszeit aussahen- zur Illustration eines geplanten Rundbrief-Artikels zeigen.   

(1724)

Termine

Notgeld der Badischen Bank vom April 1924
Notgeld der Badischen Bank vom April 1924

Wir treffen uns wieder am Donnerstag, den 18. April 2024, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof und sehen uns alte Fotos an. Zu besprechen gibt es auch die Ziele für Besichtigungsfahrten. Wir wollen jetzt wieder samstags mit der Bahn zu Museen fahren, Karlsruhe und Mannheim wären möglich. Ein weiterer interessanter Besprechungs-punkt ist die Entstehung des Kirchgessner-Platzes in Flehingen vor 100 Jahren, als die Gemeinde zur „Hebung der Baulust“ zwölf Bauplätze mit bestimmten Auflagen an interessierte Bürger verschenkte.

Für Leute, die abends nicht mehr wegwollen, bieten wir am Freitag, den 19. April 2024, ein niederschwelliges Angebot im Kaffeehaus Aschinger. Ein „Kränzle“ zu dem jeder eingeladen ist, der sich für Themen des Heimatkreises interessiert. Letztes Mal hat uns das RAD Lager in Derdingen interessiert. Es war ab 1937 im alten Schulhaus für den weiblichen Arbeitsdienst eingerichtet. Leider haben sich nur ganz wenige Fotos zu diesem Teil unserer Ortsgeschichte in Oberderdingen erhalten. Am 19. April wollen wir über die Inflation von 1923 sprechen. Die verschiedensten Institute haben in dieser Zeit „Notgeld“ herausgegeben, auch in Bretten. Vielleicht gibt es bei uns noch Belege dafür, Geldscheine in Milliarden und Billiardenhöhe. Wir sollten diese durch Fotos sichern. Auch das Oberamt Maulbronn hat im Ersten Weltkrieg Notgeld herausgegeben. Sie sind zu diesem „Kränzle“ herzlich eingeladen, wenn Sie beispielsweise an diesem oder auch anderen -eher ortsbezogenen- Themen interessiert sind. 

(1624)

Welterbe des Mittelalters

Der Heimatkreis plant eine Fahrt zur großen Landesaustellung „Welterbe des Mittelalters, 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau“
Der Heimatkreis plant eine Fahrt zur großen Landesaustellung „Welterbe des Mittelalters, 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau“

Unsere Fahrt an die Lahn im August hat viele interessiert. Wer sich jetzt noch anmeldet, kommt auf die Vormerkliste, weil die reservierten Übernachtungs-buchungen voll sind. Interessant ist auch die Zusammensetzung der Teilnehmer: Knapp die Hälfte kommt aus Zaisenhausen, und knapp die Hälfte will in Einzel

zimmern übernachten.

Im Vorfeld wurde angeregt, ob wir nicht auch eine Tagesfahrt organisieren könnten, wie seinerzeit nach Konstanz zur Ausstellung zum Konzil. Jetzt wäre doch im Konstanzer Archäologischen Museum die große Landesaustellung zum Thema „Welterbe des Mittelalters, 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau“. Eine Entscheidung darüber haben wir noch nicht getroffen. Der Vorstand soll diese Entscheidung vorbereiten. Ab 26. April ist im Generallandesarchiv Karlsruhe die Ausstellung „Spurensuche, eine Kriminalitätsgeschichte der Reichenau“. Ab 27. April im Schloss Karlsruhe „Nur beten und arbeiten, Aspekte klösterlichen Lebens“, und ab 13. Mai werden in der Badischen Landesbibliothek „Reichenauer Handschriften“ ausgestellt. Eine dieser Reichenau-Ausstellungen werden wir besuchen und dann entscheiden, ob wir nach Konstanz zur großen Landesaustellung fahren.

Vorgesehen ist, dass unser Rundbrief 67 im Frühsommer erscheint. Dies bedeutet, dass die Manuskripte für diese Ausgabe bis zu Pfingsten geschrieben und mit Bildern bei Heinrich Kowarsch in Flehingen vorliegen müssen. Wir werden dann noch vorher den Jahresbeitrag von 10 € bei unseren Mitgliedern abbuchen. Hier sei nochmals darauf hingewiesen, dass bei den Kunden der Volksbank Oberderdingen und der Volksbank Flehingen eine Änderung der Kontonummer durch die Fusion zur Volksbank Kraichgau erfolgte. Wer seine neue Kontonummer dem Heimatkreis noch nicht mitteilt hat, soll dies bitte per Gelegenheit noch veranlassen.  

(1524)

Alte Fotoaufnahmen

Die Derdinger Musikkapelle bei einem Maiumzug ausgangs der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts.
Die Derdinger Musikkapelle bei einem Maiumzug ausgangs der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Aus der Vorkriegsgeschichte des Derdinger Musikvereins haben sich nur Bruchstücke und ganz wenige Aufnahmen erhalten. Es gab eine Feuerwehrkapelle, welche dann in einer Werkskapelle aufging. Im Ludwigsburger Staatsarchiv gibt es einen Beleg aus dem Jahr 1937, nach welchem die „Musikkapelle Derdingen in die Fachschaft Volksmusik der Reichsmusikkammer des Gaus Württemberg-Hohenzollern“ aufgenommen wurde. Dazu gehörte diese vorher zur „Kreismusikerschaft Pforzheim“. Demnach waren im Dritten Reich Landkreisgrenzen auf Vereinsebene durchlässig.

Bei unserer letzten Zusammenkunft im Flehinger Bahnhof zeigten wir wieder alte Fotos, die neu ins Archiv kamen. Erfreulich, dass dabei auch „richtig alte“ dabei waren, z.B. ein Bild, auf dem der Sickinger Pfarrer Ochs zu identifizieren war, und eine Aufnahme mit Sickinger Schulkindern, die vor dem Ersten Weltkrieg aufgenommen wurde. Interessant und erhaltens-wert, auch wenn die Schulkinder nicht mehr mit ihrem Namen versehen werden konnten.  Also für uns ein Ansporn, wir sollten jetzt gezielt Fotos aus den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts bewerben. Auch wenn es dabei Probleme mit dem Datenschutz geben kann. Bei „Massenaufnahmen“ weniger, denn da ist ja die Person nur zufällig abgebildet, aber bei kleineren Gruppenaufnahmen müsste man vor einer Veröffentlichung nachfragen. Unproblematisch ist es jedoch, überlassene Fotos im Archiv für die kommende Generation zu sichern, eventuell auch darauf zu hoffen, dass sich am deutschen Datenschutz bald etwas ändert. In Amerika z.B. hat die Informationsfreiheit einen weit höheren Stellenwert als bei uns. Wer bei uns z.B. Daten von entfernteren Verwandten sucht, wird, wenn sie jüngeren Datums sind, von Kirchen und Behörden abgewiesen. Hat er jedoch einen Freund in Amerika, so kann dieser in den dortigen Mikrofilmen der Mormonen aus Deutschland bis in die 40er und 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts recherchieren lassen.  

Alle Plätze unseres Ausflugs im August an die Lahn sind besetzt, das Hotel ist voll, also ist unser Angebot vom Publikum gut angenommen worden. 

(1424)

Niederschwellige Angebote

Exkursionsteilnehmer vor dem barocken Hochaltar der Landshäuser.
Exkursionsteilnehmer vor dem barocken Hochaltar der Landshäuser.

Beim „Kränzle“ im Café Aschinger am 8. März 2024 sprach man nicht nur über den Arbeitsdienst und sein Lager für „Arbeitsmaiden“ im Dritten Reich bei uns.  Thema war auch die Nachkriegszeit, dass auch diese langsam in Vergessenheit versinkt. Eigentlich schade, man sollte über sie viel mehr notieren, denn zeitgenössische Bilder sind (leider) rar geworden, viele wurden weggeworfen. Fast nichts ist bislang an alten Fotos zum RAD-Lager im alten Schulhaus im Archiv. Wer zufällig solche im Fotoalbum hat, soll sie bitte unserem Verein zum Sichern zur Verfügung stellen. Dem Original passiert nichts, es geht an den Besitzer zurück. Das Kaffeekränzle zeigte, dass man über vieles sprechen kann, und man mit Leuten in Kontakt kommt, die vielleicht abends nicht mehr fortgehen wollen.

Bei unserer letzten Zusammenkunft im Flehinger Bahnhof stellten wir fest, dass bis jetzt 40 Anmeldungen für unsere Fahrt im August an die Lahn eingegangen sind. Entschieden wurde, dass wir keine Reiserücktrittsversicherung abschließen, letztes Mal hat es auch so geklappt. Am 24. August, auf der Rückfahrt werden wir Andernach besuchen, die Stadt am Rande der Vulkaneifel mit dem größten Kaltwassergeysir Europas. Die Siedlung Andernach am Rhein ist über 2.000 Jahre alt, hat die Reste ihrer mittelalterlichen Stadtmauer bewahrt, einen sehenswerten Turmdrehkran mit dem vor Jahrhunderten die Schiffe auf dem Rhein be- und entladen werden konnten.

Zur Besichtigung der Kirche St. Martin in Landshausen im Rahmen der Reihe „Wer kennt die Kirchen unserer Heimat“ kamen ein gutes Dutzend Interessierte. Die Kirche wurde 1751 erbaut und löste eine baufällige Vorgängerin ab. 1911 wurde der Sakralbau um zwei Seitenschiffe erweitert. Bei der Innenrenovation 1993 entdeckte man unter dicken Farbschichten die historischen Blumenornamente aus der Zeit vor der Erweiterung, sie waren nicht mehr zu restaurieren. Erkenntnis daraus: Der Stil (die Kunst) ist ein Abbild der jeweiligen profanen Lebensumstände (Umwelt).    

(1324)

Unsere Fahrt ins Lahntal

Wir besuchen auch Limburg an der Lahn mit seinen malerischen Fachwerkhäusern zu Füßen des Doms.
Wir besuchen auch Limburg an der Lahn mit seinen malerischen Fachwerkhäusern zu Füßen des Doms.

Keine schlechte Ausgangsbasis sind die bislang eingegangenen Anmeldungen zu unserem Ausflug ins Lahntal vom 22. bis 24. August 2024, zeigen doch die Rückmeldungen, dass die letztjährige Fahrt in den Teutoburger Wald und nach Oerlinghausen recht gut ankam. Dieses Jahr wollen wir wieder gemeinsam mit dem Heimat- Kultur- und Trachtenverein Zaisenhausen eine nicht mehr ganz so weite Fahrt anbieten. Die Kosten für Fahrt und Übernachtung mit Halbpension sind pro Person 310,- € im Doppelzimmer. 

Ziel ist das Lahntal zwischen Westerwald und Taunus. Wir besuchen am Donnerstagvormittag Wetzlar. Bekannt als Sitz des Reichskammergerichts das während des Dreißigjährigen Krieges dorthin verlagert wurde und bis 1806 für öffentlich-rechtliche Streitigkeiten zuständig war. In den dortigen Akten kommen Prozesse, soweit sie veröffentlicht sind, mit Flehingen oder Wolf Metternich’schen Beteiligung öfters vor, als Prozesse in denen Sickingen genannt wird. Die Altstadt von Wetzlar mit vielen restaurierten Fachwerkbauten und dem romanischen Dom ist sehenswert. Es besteht Gelegenheit zum Mittagessen, aber nur dann, wenn es von den Fahrtteilnehmern gewünscht wird, werden wir uns um ein Lokal kümmern. Wetzlar merkt man heute noch an, dass es in geschichtlicher Zeit politischer Mittelpunkt einer bedeutenden Grafschaft war.  

Nach der Mittagspause fahren wir weiter nach Weilburg, das von seiner Größe her mit Oberderdingen vergleichbar ist. Früher wurde in der Gegend nach Eisenerz gegraben, auch Steingut wurde nach auswärts verkauft. Die Bedeutung der bis 1816 Nassau-Weilburg‘schen Hauptstadt wirkt im historischen Stadtkern mit barockem Schloss und seiner Orangerie noch nach. Wir übernachten im Hotel Lahnschleife, dort nehmen wir dann auch das Abendessen gemeinsam ein.

Wer sich für die Fahrt interessiert und sich noch nicht angemeldet hat, kann dies in Flehingen bei Heinrich Kowarsch, in Großvillars bei Oscar Combe oder in Oberderdingen bei Erwin Breitinger noch machen, oder zu unserer nächsten Zusammenkunft am kommenden Donnerstag, den 21. März 2024, um 19.30 Uhr in den Flehinger Bahnhof kommen.  

(1224)

Vom Fasten

Die Pfarrkirche St. Martin in Landshausen wurde 1911 grundlegend neugestaltet und auf die heutige Größe erweitert.
Die Pfarrkirche St. Martin in Landshausen wurde 1911 grundlegend neugestaltet und auf die heutige Größe erweitert.

Im evangelischen Württemberg war die „Fastenzeit“ kein gängiger Begriff. Und doch hatte sich aus vorreformatorischen Tagen manches erhalten: „Am Hungertuch nagen“, diesen Ausdruck kannte man in der Umgangssprache, aber seinen Hintergrund kannte man nicht. Hungertuch ist der Name für den Vorhang, welcher bei den Katholiken in der Fastenzeit den Blick zum Hochaltar versperrte. Dieses Hungertuch war Symbol für Trauer und Buße.

Im evangelischen Württemberg war es üblich, dass am Karfreitag zum Mittagessen Fisch auf den Tisch kam. Und am Gründonnerstag Spinat mit Spiegelei oder Maultaschen – deren Hauptfüllbestandteil früher zumeist ja auch Spinat und Lauch war. Das war es dann mit „vorgeschriebenen Fastenspeisen“. Das Jahr über gab es freitags normale Kost, d.h. Fleisch oder Wurst genauso selten wie an den anderen Werktagen. Streiten kann man, ob die Palmbrezel und der Palmesel Fastenbräuche sind. Sicher hängt aber der Begriff vom Karfreitagschristen oder vom Karfreitagsgast, den man im Württembergischen früher Leuten gab, die sehr selten die Kirche besuchten, mit der Fastenzeit zusammen. Auch hatte es sich bis in die Nachkriegszeit gehalten, dass es vor Ostern keine Tanzveranstaltungen gab, genau wie in der Adventszeit. Nachgefragt, warum das so war, hat aber niemand, man hielt sich daran, „weil es halt immer schon so war“.

Jedenfalls sind auch heute die sechs Wochen von Aschermittwoch bis Ostern für manche ein „Anschugger“, auf etwas zu verzichten: auf Alkohol oder Süßigkeiten. Eher selten unter christlichen Gesichtspunkten. Man erhofft sich materiellen Nutzen: abnehmen oder auch, dass die letztjährigen Sommerkleider wieder passen. Fasten ist heute eher eine profane, auch politische Angelegenheit: weniger Fernsehen oder aufs Auto verzichten und „Klimafasten.“  

Übrigens: Am Samstag, den 16. März 2024 besuchen wir mit Privat-PKW die Kirche St. Martin in Landshausen. Wir treffen uns dort um 14.30 Uhr. Von Oberderdingen gesehen liegt Landshausen etwas abseits, die Ortschaft gehörte ja den Herren von Mentzingen, kam 1803 nach Baden, 1810 zum Amt Eppingen, 1924 zu Bruchsal, 1938 zum Landkreis Sinsheim und gehört jetzt als Ortsteil von Kraichtal in den Kreis Karlsruhe.  

(1124)

Etwas für ältere Derdinger

RAD-Lager 15/121 Derdingen Krs. Vaihingen (Arbeitsdienst  f. d. w. J.)
RAD-Lager 15/121 Derdingen Krs. Vaihingen (Arbeitsdienst f. d. w. J.)

Dass im ehemaligen „Alten Schulhaus“ im Dritten Reich der weibliche Arbeitsdienst unter-gebracht war, ist den hiesigen älteren Bürgern noch geläufig. Auch dass in der Gemeinde, nachdem das neue Schulhaus auf dem Gänsberg genutzt wurde, der Wunsch bestand, im freigewordenen alten Schulhaus das Rathaus einzurichten, was aber an der Meinung der NS-Kreisleitung scheiterte, man müsse wegen dem „roten Sternenfels“ hier ein Zeichen setzen. Es müsste doch noch mehr über das Lager des Reichsarbeitsdienstes 15/121 in Derdingen in Erfahrung zu bringen sein. Vielleicht hat noch jemand eine genauere Erinnerung, was im „Lager“ gemacht wurde. Z.B. wie viele Innsassen hatte es, waren diese immer uniformiert, gibt es vielleicht noch Fotos?  Ist noch etwas über die Lagerleitung bekannt, wo waren die „Arbeitsmaiden“ eingesetzt?

Interessant wäre auch zu wissen wie das RAD-Lager in der Bevölkerung ankam. Wie und wann wurde es aufgelöst, oder wurde es gegen Ende des Krieges verlegt? Nahm das Lager bei Veranstaltungen im Ort teil, bei welchen, und wie trat es auf? Es gibt viele offene Fragen die vielleicht jetzt noch, wenn auch nur bruchstückhaft, beantwortet werden können. In fünfzig Jahren ist alles vergessen. Unsere Gesellschaft sollte die Reste, die heute noch zu ermitteln sind, zumindest aufschreiben. Um dies zu versuchen, hier ein Angebot an „Wissende“: wir treffen uns zu einem Kaffeekränzchen am kommenden Freitag, den 8. März 2024, um 15 Uhr im Kaffeehaus Aschinger. Es wäre ein Gewinn für unseren Ort und für unsere Gesellschaft, wenn die Geschichte des Derdinger RAD-Lagers nicht vollständig in Vergessenheit geriete.  

(1024)

Nachlese zur Hauptversammlung

1751 wurde die Kirche St. Martin in Landshausen neu erbaut. Wir wollen sie im März besuchen.
1751 wurde die Kirche St. Martin in Landshausen neu erbaut. Wir wollen sie im März besuchen.

Es zog wohl der Rückblick auf die schwierige Zeit mit den Einschränkungen die Corona für alle Vereine brachte, und die Erinnerungen an gemeinsame Aktionen. Heinrich Kowarsch zeigte Bilder von den Fahrten mit Privat-PKW zu den Kirchen der Nachbarschaft. Übrigens solche Angebote wird unser Verein nicht einstellen, die Kirche in Landshausen steht im März auf dem Programm, und im Sommer wollen wir nach Altwiesloch fahren. Auch unsere Ausflüge mit der Regionalbahn werden wir wieder auf-nehmen. Geplant ist eine Fahrt nach Mannheim zur Römerausstellung.

Die Fahrt nach Paderborn, dem Teutoburger Wald, Oerlinghausen und Münster ist allen Teilnehmern als interessante Reise mit bleibenden Eindrücken im Gedächtnis geblieben. Ein Glücksfall war, dass Karl Banghard die Reise begleitete. Er konnte mit seinem Wissen und seiner bildhaften Schilderung vergangener Epochen die Mitfahrer begeistern, und dies nicht nur im Freilichtmuseum Oerlinghausen, dem er als Direktor vorsteht. Anknüpfend daran erläuterte Frau Pfefferle aus Zaisenhausen ihren Vorschlag, vom 22.8. bis 24.8. 2024 an die Lahn zu fahren, nach Weilburg und Limburg. Auf der Rückreise ist der Besuch von Andernach vorgesehen.

Nicht nur der Rück- und Ausblick war Gegenstand der Hauptversammlung unseres Heimatkreises, sondern auch die Beschäftigung mit dem Kernbereich unseres Vereins: Die Dokumentation der Vergangenheit und Veröffentlichung vereinsspezifischer Themen. Hier könnte sich das Engagement des Vereins noch steigern. Wir suchen Autoren, die Themen der Regionalgeschichte aufgreifen, oder auch volkskundliche Fragen bearbeiten, die sich also um die Heimatgeschichte kümmern. Damit nicht alles verloren geht, was die heute 70-Jährigen noch wissen. Wir werden deshalb nach Ostern ein niederschwelliges Angebot zum Mitmachen in Oberderdingen anbieten. 

(0924)

Programmvorschau

Martin Diestl, seit 25 Jahren Mitglied im Heimatkreis Oberderdingen
Martin Diestl, seit 25 Jahren Mitglied im Heimatkreis Oberderdingen

Die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmer unserer General-versammlung war der Meinung, dass wir dieses Jahr wieder einen dreitägigen Ausflug anbieten sollen, zusammen mit dem Heimat- Kultur- und Trachtenverein Zaisenhausen. Und zwar vom 22. bis 24. August 2024 ins Lahntal nach Weilburg, einer malerischen Kleinstadt mit einem Barockschloss. Wir werden auch die bei uns besser bekannte Stadt Limburg an der Lahn besuchen, mit ihrem Dom und Bischofssitz. Die Einzelheiten unseres Ausflugs mit einem abschließenden Abstecher nach Andernach im nördlichen Rheinland-Pfalz werden jetzt abgestimmt. Sie werden immer rechtzeitig informiert, die Kosten für diese Reise liegen voraussichtlich bei ca. 310 €.

Wichtig für unseren Verein sind engagierte Mitglieder, die beim Aufbau unserer Bilder-sammlung, und damit auch dem Stadtarchiv helfen. Wir suchen Ansprechpartner und Autoren für Artikel in den Rundbriefen. Dieses Jahr werden wieder regulär zwei Hefte erscheinen. Auch eine Sonderveröffentlichung zum Thema „Stadt Oberderdingen - 50 Jahre Verwaltungsreform“ ist geplant. Dies alles zu einem Jahresbeitrag von nur 10 € für unsere Mitglieder.

Der Heimatkreis Oberderdingen ist 40 Jahre alt geworden, er wurde im Januar 1984 als Verein ins Vereinsregister Bruchsal eingetragen und hat über 400 Mitglieder. Seit 1989 veröffentlicht der Verein in seinen Rundbriefen Aufsätze zu regionalhistorischen und heimatkundlichen Themen, er ist somit ein wichtiger Kulturträger in unserer Stadt. In der Jahreshauptversammlung am vergangenen Donnerstag ehrte der Heimatkreis Oberderdingen e.V. seine Mitglieder Ute Antoni und Martin Diestl, beide gehören dem Verein seit 25 Jahren an.  

(0824)

Einladung zur Generalversammlung

Wer kennt noch diese Derdinger Familie? Das Bild stammt aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts.
Wer kennt noch diese Derdinger Familie? Das Bild stammt aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         

 

Diesen Donnerstag, den 15.Februar 2024, treffen sich unsere Mitglieder um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof zur diesjährigen Generalversammlung.  

                                                                

                    Als Tagesordnung ist vorgesehen:

 

                    1.      Bericht des Vorsitzenden

                    2.      Planungen für 2024 und Aussprache

                    3.      Kassenbericht der Schatzmeisterin

                    4.      Bericht der Kassenprüfer und Entlastungen

                    5.      Sonstiges

 

Nach den Verwerfungen der Coronazeit versucht unser Verein wieder ins gewohnte Fahr-wasser zu kommen: Wir werden über Ausflugsziele diskutieren und über künftige Inhalte der Rundbriefe, auch zurückblicken. Letztes Jahr waren wir zusammen mit dem Heimat- Kultur und Trachtenverein Zaisenhausen in Oerlinghausen, Münster und Paderborn. Die dreitägige Fahrt war ein Erfolg an dem wir anknüpfen wollen. Ein weiterer Vorschlag: Wir werden wieder die Ausstellungen in den Museen der Nachbarschaft besuchen. In Mannheim, Speyer, Heilbronn oder Stuttgart. Halbtagsfahrten samstags mit dem Zug. Dieses Angebot haben wir aufgegeben, als Mundschutz getragen werden musste. Der ist ja jetzt weggefallen. Auch wollen wir uns wieder um die Bilder fürs Gemeindearchiv kümmern, was jetzt bedingt, dass wir Zusammenkünfte im kleineren Kreis organisieren müssen, in denen dann versucht wird bei den alten Fotos noch nach Möglichkeit die dargestellten Szenen oder Personen näher zu beschreiben. Konkret suchen wir für dieses Geschäft Mitmacher. Es ist wichtig, weil alte Fotos ohne dazugehörige Texte und Hintergrund wenig erzählen. Übrigens: so schlecht ist es auch nicht, wenn man sich ab und zu mal zu einem Schwätzchen trifft, das war Generationen zurück beim Zusammensitzen in den Kunkel- oder Lichtstuben nicht anders. Anlass und Zweck war der Gleiche, nur Ort und Form waren verschieden.

Wenn Sie Zeit haben, so kommen Sie bitte zur Generalversammlung in den Flehinger Bahnhof.

(0724)

Wirtshaus – Kultur

Alte Gasthäuser könnten viel erzählen, die Germania in Oberderdingen gibt es nicht mehr.
Alte Gasthäuser könnten viel erzählen, die Germania in Oberderdingen gibt es nicht mehr.

Bis in die 70 er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein waren sonntags nach der Kirche die Flehinger Wirtschaften drückend voll. Man spielte Cego – ein Kartenspiel das bei uns heute nicht mehr viele beherrschen. Auch Skat, mitspielen durfte jeder, denn man kannte sich ja. Viel musste man nicht setzten, wenn es hoch kam und man Pech hatte, verlor man halt eine oder zwei Mark. Auch die Zeche hielt sich im Rahmen. Alles zusammengerechnet kamen kaum mehr als 4 bis 5 Mark bei einem Frühschoppen nach der Kirche zusammen. Diese Zeiten sind vorbei. 

Stammtische im Ort sind rar geworden, auch das Kartenspiel dort. Frauen traf man früher selten in den Wirtshäusern, wenn es dafür keinen triftigen Grund gab. Wie beispielsweise in Großvillars, wo nach der Singstunde des Kirchenchors man zu Irene in die Traube oder in den Adler ging. Heute haben Vereinsheime noch Stammgäste, dort diskutiert man samstags über Fußball. Früher traf sich in der Derdinger Gemania ab und zu ein Schachclub, oder werktags so um die 10 Uhr regelmäßig einige Geschäftsleute, meistens Handwerker. Mittagessen konnte man dort auch, zumindest in den Wirtschaften, die mit einer Metzgerei verbunden waren. Die Germania und das Waldhorn in Oberderdingen oder der Adler und die Fünf Schneeballen in Flehingen. Zum Mittagessen boten sie im Abonnement Stammessen an. Natürlich auch die Weinstube Kern und saisonbedingt die Besenwirtschaften im Herbst.

Manche gingen auch abends nach dem Geschäft nicht gleich nach Hause. Wobei sich dann die Gespräche beim Bier, nicht so oft auch beim Wein, immer um die meist gleichen Themen drehten: Fußball, Neuigkeiten aus dem Ort oder was man in der Feierabendlandwirtschaft jetzt machen sollte, oder wie es im Geschäft läuft. Familiengeschichten wurden durchgehechelt. Gemeindepolitik war ebenso beliebt wie die große Politik, es gab manchmal auch heiße Streitthemen. Vor 40, 50 Jahren wusste man, wen man wo trifft – und auch wen nicht. Heute ist diese Wirtshauskultur bei uns verschwunden. Nicht nur äußerlich haben sich die Wirtschaften verändert, die Germania in Oberderdingen gibt es nicht mehr, und der Adler sieht auch anders aus

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Unsere Jahreshauptversammlung ist am Donnerstag, den 15. Februar 2024, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof. Als Tagesordnung ist vorgesehen:

 

                    1.      Bericht des Vorsitzenden

                    2.      Planungen für 2024 und Aussprache

                    3.      Kassenbericht der Schatzmeisterin

                    4.      Bericht der Kassenprüfer und Entlastungen

                    5.      Sonstiges

 

Unsere Mitglieder sind zu dieser Versammlung recht herzlich eingeladen

(0624)

Lichtmess – bei Tag ess!

In den 50 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es manchmal noch Schnee an Lichtmess
In den 50 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es manchmal noch Schnee an Lichtmess

Der Derdinger National-feiertag „Lichtmess“ ist schon etwas besonderes. Er liegt in der Mitte zwischen dem Winter- und Frühlings-anfang und beschließt mit 40 Tagen nach dem Christtag den kirchlichen Weihnachts-kreis. Bis Lichtmess standen in manchen Haushalten früher die Christbäume, heute noch in manchen Kirchen. Lichtmess ist ein Lostag, man beobachtete das Wetter und versuchte mit dieser Grundlage die kommende Witterung zu prophezeien. Ob solche Wetterregeln jetzt noch in Zeiten des Klimawandels gelten wird sich herausstellen, und jeder kann es ja für sich beobachten.

Gibt’s an Lichtmess Sonnenschein - Wird’s ein spätes Frühjahr sein.

An Lichtmess wurden in den katholischen Kirchen Württembergs Kerzen geweiht, man gebrauchte sie als Wetterkerzen, die man im Sommer bei starkem Gewitter anzündete und dabei den Rosenkranz betete. Maria Lichtmess war früher ein Bauernfeiertag, es gab besseres Essen und die Dienstboten erhielten ihren Jahreslohn. Üblich war auch, dass an Lichtmess die Dienstboten wechselten, das alles ist Erinnerung. Eine in sich geschlossene bäuerliche Gesellschaft gibt es bei uns schon lange und nirgendwo mehr. Und doch, auch heute stellt man selbstverständlich fest, dass die Tage länger geworden sind und man bei Tag zu Nacht essen kann, das ändert sich an Martini (11. November) wieder.  Ab Lichtmess hat sich das Dunkel ein bisschen zurückgezogen, man ahnt, dass bald das Frühjahr kommen wird.

Das Brauchtum in Oberderdingen ist bekannt, und die Bevölkerung feiert mit. Aus Nachbar-dörfern kommen zu uns auch Besucher auf den Markt in den Ortskern. Kein Brauch – aber schon lange geübte Praxis ist, dass die Marktleute „ihren“ Platz am traditionell gut besuchten Ostermontagsmarkt wieder bekommen, wenn sie den Oberderdinger Lichtmessmarkt beschicken. Früher waren Tanzveranstaltungen im Württembergischen Unterland von der Obrigkeit nicht gerne geduldet, aber an Lichtmess gab es -nicht nur in Derdingen- dafür eine Ausnahme, und der Tanz hat sich bis heute gehalten.

Terminankündigung: Unsere diesjährige Jahreshauptversdammlung wird am Donnerstag, den 15. Februar 2024 um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof sein.  

(0524)

Genealogie

Vorläufig letzte Veranstaltung des „Arbeitskreises Genealogie“ im Flehinger Bahnhof.
Vorläufig letzte Veranstaltung des „Arbeitskreises Genealogie“ im Flehinger Bahnhof.

Wie zu erwarten, schreckten Frost und die Warnung vor Straßenglätte wohl manchen ab, zur Veranstaltung des Arbeitskreises Genealogie in den Flehinger Bahnhof zu kommen, es war zudem die erste Zusammenkunft in diesem Kreis nach der langen Coronapause. Dabei ging es um praktische Tipps in der Suche nach den eigenen Vorfahren. Was man früher Ahnenforschung nannte und was nach einem verständlichen Durchhänger nach dem Dritten Reich jetzt wieder etwas in Mode kam. Die heutigen Möglichkeiten, im Internet Hinweise auf Verwandtschaft und Ahnen zu finden, öffnen Historikern und Hobbygenealogen ganz neue Wege, die man vom häuslichen Schreibtisch aus bequem nutzen kann.

Da sind beispielsweise die Internetportale mit denen man die Kirchenbuchoriginale einsehen kann: „Matricula“ für Kirchenbücher der katholischen Kirchengemeinden, z.B. viele Kirchen-bücher der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind dort kostenlos einsehbar, oder Bayrische und Österreichische Kirchenbücher, leider aber nur wenige der Erzdiözese Freiburg. Recherchieren in evangelischen Kirchenbüchern – und dies deutschlandweit – kann man im Portal „Archion“, dies kostet aber für einen Monat knapp 20 €. Jedenfalls lohnt es sich für Familienforscher auch, die kostenlosen Angebote des Vereins für Computergenealogie zu nutzen, wie z.B. das Lexikon „GenWiki“. In ihm kann man in einer Bibliothek von 5.000 Kategorien mehr als 100.000 Artikel zum Themenbereich Familienforschung nachschlagen. In der „DigiBib“ (Digitale Bibliothek) sind gescannte Bücher mit genealogischem Bezug enthalten. Auch die unterschiedlichen Datenbanken des Vereins sind kostenfrei zugänglich, wie das genealogische Wortverzeichnis: „GOV“ genannt, mit Karten und Verwaltungszu-ordnungen der Gemeinden und Städte und ihre Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte. Kostenlos nutzbar ist auch die Datenbank „GEDBAS“, in ihr sind über 11 Millionen Datensätze durchsuchbar. Der Heimatkreis Oberderdingen nutzt das Bildverwaltungsprogramm „GenHisto“, es ermöglicht, Fotos und Bilder zu beschriften, auch Textdokumente zu archivieren und zu verknüpfen und vieles mehr. Es kostet knapp 100 €. Viele genealogische Vereine bieten auch kostenlose Möglichkeiten der Recherche in ihren Datenbanken für Nichtmitglieder an. Diskutiert wurde am vergangenen Donnerstag ferner über Recherchemöglichkeiten im Enzkreisarchiv, ebenso wie über praktische Suchstrategien und Fragen des Datenschutzes.

Nachdem der seitherige Organisator des Arbeitskreises Familienforschung im Heimatverein Kraichgau, Erwin Breitinger, nach etwa 10-jähriger Tätigkeit sein Amt aus Altersgründen aufgab, wurde als Nachfolger ein Genealoge aus Stutensee vorgeschlagen. Das Informationsblatt „Kompass des Kraichgaus“ wird im März 2024 das nächste Treffen des Arbeitskreises und den Ort dafür veröffentlichen.

(0424)

Genealogie

In den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war „Ahnenforschung“ kein Thema für die breite Öffentlichkeit. Zu nahe war noch das Dritte Reich mit seinen Ausgrenz-ungen und schrecklichen Verbrechen. Über Amerika kam in den letzten Jahrzehnten die „Familienforschung“ zurück, „Computergenealogie“ liegt heute im Trend.

Nach der Coronapause trifft sich am kommenden Donnerstag, den 18. Januar 2024, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof die „Arbeitsgemeinschaft Genealogie“ des Heimatvereins Kraichgau. Interessieren Sie sich für dieses Thema, sind Sie herzlich zum Mitmachen eigeladen. Es geht um die Möglichkeit im Internet Anregungen zur Familienforschung zu bekommen. Wobei neben den Schwierigkeiten auch die Tücken und Grenzen einer seriösen Entdeckungsreise in die Vergangenheit besprochen werden sollen. Bekannt sind die Mormonen mit ihren kostenlosen Forschungsangeboten. Auch die Nutzung der gerade in den vergangenen 20 Jahren recht häufig aufgelegten „Sippenbücher“, also den zu Familien-verbänden zusammensortierten Kirchenbucheintragungen eines Orts. Aber es gibt weit mehr Quellen, in denen man eigene Vorfahren und ihre Verknüpfung mit ihrer Umgebung finden kann. Tipps zur Überwindung des „toten Punkts“, wenn einem die Kirchenbücher des letzten Herkunftsortes eines Ahnen nicht weiterhelfen. Ebenfalls können Diskussionsrunden in den Genealogischen Vereinen Anregungen und Hilfe bieten. Auch um Computerprogramme zur Datenverwaltung in diesem Zusammenhang geht es dabei und um den leidigen Datenschutz.   

Um das alles wird es am kommenden Donnerstag im Flehinger Bahnhof gehen. Sie sind herzlich eingeladen, auch wenn Sie nicht Mitglied im Heimatkreis Oberderdingen sind. 

(0324)

Gute Vorsätze

Erster Weltkrieg, Jahreswechsel 1915/1916
Erster Weltkrieg, Jahreswechsel 1915/1916

Am Jahresanfang nehmen sich Viele etwas vor. Dabei ist das Wollen nicht das Problem, eher das Machen. Nicht mehr so viel rauchen, das klingt vernünftig, ist aber schwer zu halten. Oder beim Essen nicht nachschöpfen, leicht gedacht, doch schon am Mittagstisch vergessen. Mehr Sport treiben, ge-sünder leben, stehen auf dem Wunschzettel fürs neue Jahr bei vielen ganz oben. Blickt man aufs abgelaufene Jahr zurück und versucht sich an die ersten Tage des damals Neuen Jahres zu erinnern, fällt einem ein, dass die Verhaltens-änderungen, die man sich gegenwärtig wieder vornimmt, sich nicht so sehr von den Vorsätzen die man vor einem Jahr hatte unterscheiden.  

Woher kommt dies wohl? Sind Wünsche Modeerscheinungen oder zeitbedingt und abhängig von den Lebensumständen? Sicher an Weihnachten oder Neujahr 1946 dachte man anders über die Zukunft als heute. Oder die Soldaten im Weltkrieg: „und Frieden auf Erden“, hinter diesem Wunsch trat seinerzeit alles andere wohl zurück. Unsere Wünsche sind abhängig vom Zeitgeist, wie auch unsere Vorsätze. An ihnen erkennt man aber, wie gut es uns jetzt geht. An was dachten wohl die Männer der Sturmtruppe des Ersten Weltkriegs am Jahreswechsel 1915/16?  Solche Bilder haben sich in manchen Familienalben erhalten. Wir sollten sie am Jahreswechsel nachdenklich betrachten und für unsere Enkel sorgfältig aufheben. 

(0224)

Kindheitserinnerungen

Weihnachten 1949, Familie Böhler in Derdingen
Weihnachten 1949, Familie Böhler in Derdingen

„Früher war alles anders“, manchmal hört man dann noch den Zusatz „und besser“. Aber stimmt dieser Ausspruch?  Wohl nicht immer im Hinblick auf den Lebensstandard. In die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sehnt sich wohl kaum jemand zurück. Da hatten es die Eltern wesentlich schwerer als heute, die einfachen Dinge für die Familie zu besorgen. Zum Mittagessen gab es die Woche über kein Fleisch und nicht nur Vegetarier verzichteten abends auf die Wurst beim Vesper.

Trotzdem, die Erinnerung an die eigene Jugend oder Kindheit setzt bei dem an, was uns damals auch bewegte: Freundschaften mit Nachbarskindern, Familienfeste oder die Vorfreude auf Weihnachten, die Spannung, was wohl das Christkindle bringt. Auch das Wetter war anders, es gab im Dezember Schnee, nicht jedes Jahr, aber die typischen damaligen Winter sind uns so im Gedächtnis geblieben.

Was wird wohl die jetzt nachwachsende Generation von der heutigen Zeit in Erinnerung behalten? Das wird auch „durchwachsen“ sein. Der materielle Teil unserer Welt tritt möglicherweise etwas zurück. Welche Bilder werden bleiben? Nicht die auf den Handys, deren Überlebenschance ist nicht groß, jedenfalls viel kleiner als die der alten schwarz-weiß Fotos von früher. Kindheits- oder Jugenderinnerungen werden auch dann ihre starke Quelle im eigenen Umgang und in der Familie behalten. Gerade die Zeit um Weihnachten und den Jahreswechsel prägten die jetzige Vorstellung der Älteren und dies wird auch in Zukunft so bleiben. Abstrakt ausgedrückt: In der Alltagsgeschichte ist alles relativ, die guten Erinnerungen bleiben haften. Und das ist gut so eingerichtet.    

(5123)