Aktuelles

Programmvorschau

Martin Diestl, seit 25 Jahren Mitglied im Heimatkreis Oberderdingen
Martin Diestl, seit 25 Jahren Mitglied im Heimatkreis Oberderdingen

Die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmer unserer General-versammlung war der Meinung, dass wir dieses Jahr wieder einen dreitägigen Ausflug anbieten sollen, zusammen mit dem Heimat- Kultur- und Trachtenverein Zaisenhausen. Und zwar vom 22. bis 24. August 2024 ins Lahntal nach Weilburg, einer malerischen Kleinstadt mit einem Barockschloss. Wir werden auch die bei uns besser bekannte Stadt Limburg an der Lahn besuchen, mit ihrem Dom und Bischofssitz. Die Einzelheiten unseres Ausflugs mit einem abschließenden Abstecher nach Andernach im nördlichen Rheinland-Pfalz werden jetzt abgestimmt. Sie werden immer rechtzeitig informiert, die Kosten für diese Reise liegen voraussichtlich bei ca. 310 €.

Wichtig für unseren Verein sind engagierte Mitglieder, die beim Aufbau unserer Bilder-sammlung, und damit auch dem Stadtarchiv helfen. Wir suchen Ansprechpartner und Autoren für Artikel in den Rundbriefen. Dieses Jahr werden wieder regulär zwei Hefte erscheinen. Auch eine Sonderveröffentlichung zum Thema „Stadt Oberderdingen - 50 Jahre Verwaltungsreform“ ist geplant. Dies alles zu einem Jahresbeitrag von nur 10 € für unsere Mitglieder.

Der Heimatkreis Oberderdingen ist 40 Jahre alt geworden, er wurde im Januar 1984 als Verein ins Vereinsregister Bruchsal eingetragen und hat über 400 Mitglieder. Seit 1989 veröffentlicht der Verein in seinen Rundbriefen Aufsätze zu regionalhistorischen und heimatkundlichen Themen, er ist somit ein wichtiger Kulturträger in unserer Stadt. In der Jahreshauptversammlung am vergangenen Donnerstag ehrte der Heimatkreis Oberderdingen e.V. seine Mitglieder Ute Antoni und Martin Diestl, beide gehören dem Verein seit 25 Jahren an.  

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Einladung zur Generalversammlung

Wer kennt noch diese Derdinger Familie? Das Bild stammt aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts.
Wer kennt noch diese Derdinger Familie? Das Bild stammt aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         

 

Diesen Donnerstag, den 15.Februar 2024, treffen sich unsere Mitglieder um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof zur diesjährigen Generalversammlung.  

                                                                

                    Als Tagesordnung ist vorgesehen:

 

                    1.      Bericht des Vorsitzenden

                    2.      Planungen für 2024 und Aussprache

                    3.      Kassenbericht der Schatzmeisterin

                    4.      Bericht der Kassenprüfer und Entlastungen

                    5.      Sonstiges

 

Nach den Verwerfungen der Coronazeit versucht unser Verein wieder ins gewohnte Fahr-wasser zu kommen: Wir werden über Ausflugsziele diskutieren und über künftige Inhalte der Rundbriefe, auch zurückblicken. Letztes Jahr waren wir zusammen mit dem Heimat- Kultur und Trachtenverein Zaisenhausen in Oerlinghausen, Münster und Paderborn. Die dreitägige Fahrt war ein Erfolg an dem wir anknüpfen wollen. Ein weiterer Vorschlag: Wir werden wieder die Ausstellungen in den Museen der Nachbarschaft besuchen. In Mannheim, Speyer, Heilbronn oder Stuttgart. Halbtagsfahrten samstags mit dem Zug. Dieses Angebot haben wir aufgegeben, als Mundschutz getragen werden musste. Der ist ja jetzt weggefallen. Auch wollen wir uns wieder um die Bilder fürs Gemeindearchiv kümmern, was jetzt bedingt, dass wir Zusammenkünfte im kleineren Kreis organisieren müssen, in denen dann versucht wird bei den alten Fotos noch nach Möglichkeit die dargestellten Szenen oder Personen näher zu beschreiben. Konkret suchen wir für dieses Geschäft Mitmacher. Es ist wichtig, weil alte Fotos ohne dazugehörige Texte und Hintergrund wenig erzählen. Übrigens: so schlecht ist es auch nicht, wenn man sich ab und zu mal zu einem Schwätzchen trifft, das war Generationen zurück beim Zusammensitzen in den Kunkel- oder Lichtstuben nicht anders. Anlass und Zweck war der Gleiche, nur Ort und Form waren verschieden.

Wenn Sie Zeit haben, so kommen Sie bitte zur Generalversammlung in den Flehinger Bahnhof.

(0724)

Wirtshaus – Kultur

Alte Gasthäuser könnten viel erzählen, die Germania in Oberderdingen gibt es nicht mehr.
Alte Gasthäuser könnten viel erzählen, die Germania in Oberderdingen gibt es nicht mehr.

Bis in die 70 er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein waren sonntags nach der Kirche die Flehinger Wirtschaften drückend voll. Man spielte Cego – ein Kartenspiel das bei uns heute nicht mehr viele beherrschen. Auch Skat, mitspielen durfte jeder, denn man kannte sich ja. Viel musste man nicht setzten, wenn es hoch kam und man Pech hatte, verlor man halt eine oder zwei Mark. Auch die Zeche hielt sich im Rahmen. Alles zusammengerechnet kamen kaum mehr als 4 bis 5 Mark bei einem Frühschoppen nach der Kirche zusammen. Diese Zeiten sind vorbei. 

Stammtische im Ort sind rar geworden, auch das Kartenspiel dort. Frauen traf man früher selten in den Wirtshäusern, wenn es dafür keinen triftigen Grund gab. Wie beispielsweise in Großvillars, wo nach der Singstunde des Kirchenchors man zu Irene in die Traube oder in den Adler ging. Heute haben Vereinsheime noch Stammgäste, dort diskutiert man samstags über Fußball. Früher traf sich in der Derdinger Gemania ab und zu ein Schachclub, oder werktags so um die 10 Uhr regelmäßig einige Geschäftsleute, meistens Handwerker. Mittagessen konnte man dort auch, zumindest in den Wirtschaften, die mit einer Metzgerei verbunden waren. Die Germania und das Waldhorn in Oberderdingen oder der Adler und die Fünf Schneeballen in Flehingen. Zum Mittagessen boten sie im Abonnement Stammessen an. Natürlich auch die Weinstube Kern und saisonbedingt die Besenwirtschaften im Herbst.

Manche gingen auch abends nach dem Geschäft nicht gleich nach Hause. Wobei sich dann die Gespräche beim Bier, nicht so oft auch beim Wein, immer um die meist gleichen Themen drehten: Fußball, Neuigkeiten aus dem Ort oder was man in der Feierabendlandwirtschaft jetzt machen sollte, oder wie es im Geschäft läuft. Familiengeschichten wurden durchgehechelt. Gemeindepolitik war ebenso beliebt wie die große Politik, es gab manchmal auch heiße Streitthemen. Vor 40, 50 Jahren wusste man, wen man wo trifft – und auch wen nicht. Heute ist diese Wirtshauskultur bei uns verschwunden. Nicht nur äußerlich haben sich die Wirtschaften verändert, die Germania in Oberderdingen gibt es nicht mehr, und der Adler sieht auch anders aus

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Unsere Jahreshauptversammlung ist am Donnerstag, den 15. Februar 2024, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof. Als Tagesordnung ist vorgesehen:

 

                    1.      Bericht des Vorsitzenden

                    2.      Planungen für 2024 und Aussprache

                    3.      Kassenbericht der Schatzmeisterin

                    4.      Bericht der Kassenprüfer und Entlastungen

                    5.      Sonstiges

 

Unsere Mitglieder sind zu dieser Versammlung recht herzlich eingeladen

(0624)

Lichtmess – bei Tag ess!

In den 50 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es manchmal noch Schnee an Lichtmess
In den 50 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es manchmal noch Schnee an Lichtmess

Der Derdinger National-feiertag „Lichtmess“ ist schon etwas besonderes. Er liegt in der Mitte zwischen dem Winter- und Frühlings-anfang und beschließt mit 40 Tagen nach dem Christtag den kirchlichen Weihnachts-kreis. Bis Lichtmess standen in manchen Haushalten früher die Christbäume, heute noch in manchen Kirchen. Lichtmess ist ein Lostag, man beobachtete das Wetter und versuchte mit dieser Grundlage die kommende Witterung zu prophezeien. Ob solche Wetterregeln jetzt noch in Zeiten des Klimawandels gelten wird sich herausstellen, und jeder kann es ja für sich beobachten.

Gibt’s an Lichtmess Sonnenschein - Wird’s ein spätes Frühjahr sein.

An Lichtmess wurden in den katholischen Kirchen Württembergs Kerzen geweiht, man gebrauchte sie als Wetterkerzen, die man im Sommer bei starkem Gewitter anzündete und dabei den Rosenkranz betete. Maria Lichtmess war früher ein Bauernfeiertag, es gab besseres Essen und die Dienstboten erhielten ihren Jahreslohn. Üblich war auch, dass an Lichtmess die Dienstboten wechselten, das alles ist Erinnerung. Eine in sich geschlossene bäuerliche Gesellschaft gibt es bei uns schon lange und nirgendwo mehr. Und doch, auch heute stellt man selbstverständlich fest, dass die Tage länger geworden sind und man bei Tag zu Nacht essen kann, das ändert sich an Martini (11. November) wieder.  Ab Lichtmess hat sich das Dunkel ein bisschen zurückgezogen, man ahnt, dass bald das Frühjahr kommen wird.

Das Brauchtum in Oberderdingen ist bekannt, und die Bevölkerung feiert mit. Aus Nachbar-dörfern kommen zu uns auch Besucher auf den Markt in den Ortskern. Kein Brauch – aber schon lange geübte Praxis ist, dass die Marktleute „ihren“ Platz am traditionell gut besuchten Ostermontagsmarkt wieder bekommen, wenn sie den Oberderdinger Lichtmessmarkt beschicken. Früher waren Tanzveranstaltungen im Württembergischen Unterland von der Obrigkeit nicht gerne geduldet, aber an Lichtmess gab es -nicht nur in Derdingen- dafür eine Ausnahme, und der Tanz hat sich bis heute gehalten.

Terminankündigung: Unsere diesjährige Jahreshauptversdammlung wird am Donnerstag, den 15. Februar 2024 um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof sein.  

(0524)

Genealogie

Vorläufig letzte Veranstaltung des „Arbeitskreises Genealogie“ im Flehinger Bahnhof.
Vorläufig letzte Veranstaltung des „Arbeitskreises Genealogie“ im Flehinger Bahnhof.

Wie zu erwarten, schreckten Frost und die Warnung vor Straßenglätte wohl manchen ab, zur Veranstaltung des Arbeitskreises Genealogie in den Flehinger Bahnhof zu kommen, es war zudem die erste Zusammenkunft in diesem Kreis nach der langen Coronapause. Dabei ging es um praktische Tipps in der Suche nach den eigenen Vorfahren. Was man früher Ahnenforschung nannte und was nach einem verständlichen Durchhänger nach dem Dritten Reich jetzt wieder etwas in Mode kam. Die heutigen Möglichkeiten, im Internet Hinweise auf Verwandtschaft und Ahnen zu finden, öffnen Historikern und Hobbygenealogen ganz neue Wege, die man vom häuslichen Schreibtisch aus bequem nutzen kann.

Da sind beispielsweise die Internetportale mit denen man die Kirchenbuchoriginale einsehen kann: „Matricula“ für Kirchenbücher der katholischen Kirchengemeinden, z.B. viele Kirchen-bücher der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind dort kostenlos einsehbar, oder Bayrische und Österreichische Kirchenbücher, leider aber nur wenige der Erzdiözese Freiburg. Recherchieren in evangelischen Kirchenbüchern – und dies deutschlandweit – kann man im Portal „Archion“, dies kostet aber für einen Monat knapp 20 €. Jedenfalls lohnt es sich für Familienforscher auch, die kostenlosen Angebote des Vereins für Computergenealogie zu nutzen, wie z.B. das Lexikon „GenWiki“. In ihm kann man in einer Bibliothek von 5.000 Kategorien mehr als 100.000 Artikel zum Themenbereich Familienforschung nachschlagen. In der „DigiBib“ (Digitale Bibliothek) sind gescannte Bücher mit genealogischem Bezug enthalten. Auch die unterschiedlichen Datenbanken des Vereins sind kostenfrei zugänglich, wie das genealogische Wortverzeichnis: „GOV“ genannt, mit Karten und Verwaltungszu-ordnungen der Gemeinden und Städte und ihre Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte. Kostenlos nutzbar ist auch die Datenbank „GEDBAS“, in ihr sind über 11 Millionen Datensätze durchsuchbar. Der Heimatkreis Oberderdingen nutzt das Bildverwaltungsprogramm „GenHisto“, es ermöglicht, Fotos und Bilder zu beschriften, auch Textdokumente zu archivieren und zu verknüpfen und vieles mehr. Es kostet knapp 100 €. Viele genealogische Vereine bieten auch kostenlose Möglichkeiten der Recherche in ihren Datenbanken für Nichtmitglieder an. Diskutiert wurde am vergangenen Donnerstag ferner über Recherchemöglichkeiten im Enzkreisarchiv, ebenso wie über praktische Suchstrategien und Fragen des Datenschutzes.

Nachdem der seitherige Organisator des Arbeitskreises Familienforschung im Heimatverein Kraichgau, Erwin Breitinger, nach etwa 10-jähriger Tätigkeit sein Amt aus Altersgründen aufgab, wurde als Nachfolger ein Genealoge aus Stutensee vorgeschlagen. Das Informationsblatt „Kompass des Kraichgaus“ wird im März 2024 das nächste Treffen des Arbeitskreises und den Ort dafür veröffentlichen.

(0424)

Genealogie

In den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war „Ahnenforschung“ kein Thema für die breite Öffentlichkeit. Zu nahe war noch das Dritte Reich mit seinen Ausgrenz-ungen und schrecklichen Verbrechen. Über Amerika kam in den letzten Jahrzehnten die „Familienforschung“ zurück, „Computergenealogie“ liegt heute im Trend.

Nach der Coronapause trifft sich am kommenden Donnerstag, den 18. Januar 2024, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof die „Arbeitsgemeinschaft Genealogie“ des Heimatvereins Kraichgau. Interessieren Sie sich für dieses Thema, sind Sie herzlich zum Mitmachen eigeladen. Es geht um die Möglichkeit im Internet Anregungen zur Familienforschung zu bekommen. Wobei neben den Schwierigkeiten auch die Tücken und Grenzen einer seriösen Entdeckungsreise in die Vergangenheit besprochen werden sollen. Bekannt sind die Mormonen mit ihren kostenlosen Forschungsangeboten. Auch die Nutzung der gerade in den vergangenen 20 Jahren recht häufig aufgelegten „Sippenbücher“, also den zu Familien-verbänden zusammensortierten Kirchenbucheintragungen eines Orts. Aber es gibt weit mehr Quellen, in denen man eigene Vorfahren und ihre Verknüpfung mit ihrer Umgebung finden kann. Tipps zur Überwindung des „toten Punkts“, wenn einem die Kirchenbücher des letzten Herkunftsortes eines Ahnen nicht weiterhelfen. Ebenfalls können Diskussionsrunden in den Genealogischen Vereinen Anregungen und Hilfe bieten. Auch um Computerprogramme zur Datenverwaltung in diesem Zusammenhang geht es dabei und um den leidigen Datenschutz.   

Um das alles wird es am kommenden Donnerstag im Flehinger Bahnhof gehen. Sie sind herzlich eingeladen, auch wenn Sie nicht Mitglied im Heimatkreis Oberderdingen sind. 

(0324)

Gute Vorsätze

Erster Weltkrieg, Jahreswechsel 1915/1916
Erster Weltkrieg, Jahreswechsel 1915/1916

Am Jahresanfang nehmen sich Viele etwas vor. Dabei ist das Wollen nicht das Problem, eher das Machen. Nicht mehr so viel rauchen, das klingt vernünftig, ist aber schwer zu halten. Oder beim Essen nicht nachschöpfen, leicht gedacht, doch schon am Mittagstisch vergessen. Mehr Sport treiben, ge-sünder leben, stehen auf dem Wunschzettel fürs neue Jahr bei vielen ganz oben. Blickt man aufs abgelaufene Jahr zurück und versucht sich an die ersten Tage des damals Neuen Jahres zu erinnern, fällt einem ein, dass die Verhaltens-änderungen, die man sich gegenwärtig wieder vornimmt, sich nicht so sehr von den Vorsätzen die man vor einem Jahr hatte unterscheiden.  

Woher kommt dies wohl? Sind Wünsche Modeerscheinungen oder zeitbedingt und abhängig von den Lebensumständen? Sicher an Weihnachten oder Neujahr 1946 dachte man anders über die Zukunft als heute. Oder die Soldaten im Weltkrieg: „und Frieden auf Erden“, hinter diesem Wunsch trat seinerzeit alles andere wohl zurück. Unsere Wünsche sind abhängig vom Zeitgeist, wie auch unsere Vorsätze. An ihnen erkennt man aber, wie gut es uns jetzt geht. An was dachten wohl die Männer der Sturmtruppe des Ersten Weltkriegs am Jahreswechsel 1915/16?  Solche Bilder haben sich in manchen Familienalben erhalten. Wir sollten sie am Jahreswechsel nachdenklich betrachten und für unsere Enkel sorgfältig aufheben. 

(0224)

Kindheitserinnerungen

Weihnachten 1949, Familie Böhler in Derdingen
Weihnachten 1949, Familie Böhler in Derdingen

„Früher war alles anders“, manchmal hört man dann noch den Zusatz „und besser“. Aber stimmt dieser Ausspruch?  Wohl nicht immer im Hinblick auf den Lebensstandard. In die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sehnt sich wohl kaum jemand zurück. Da hatten es die Eltern wesentlich schwerer als heute, die einfachen Dinge für die Familie zu besorgen. Zum Mittagessen gab es die Woche über kein Fleisch und nicht nur Vegetarier verzichteten abends auf die Wurst beim Vesper.

Trotzdem, die Erinnerung an die eigene Jugend oder Kindheit setzt bei dem an, was uns damals auch bewegte: Freundschaften mit Nachbarskindern, Familienfeste oder die Vorfreude auf Weihnachten, die Spannung, was wohl das Christkindle bringt. Auch das Wetter war anders, es gab im Dezember Schnee, nicht jedes Jahr, aber die typischen damaligen Winter sind uns so im Gedächtnis geblieben.

Was wird wohl die jetzt nachwachsende Generation von der heutigen Zeit in Erinnerung behalten? Das wird auch „durchwachsen“ sein. Der materielle Teil unserer Welt tritt möglicherweise etwas zurück. Welche Bilder werden bleiben? Nicht die auf den Handys, deren Überlebenschance ist nicht groß, jedenfalls viel kleiner als die der alten schwarz-weiß Fotos von früher. Kindheits- oder Jugenderinnerungen werden auch dann ihre starke Quelle im eigenen Umgang und in der Familie behalten. Gerade die Zeit um Weihnachten und den Jahreswechsel prägten die jetzige Vorstellung der Älteren und dies wird auch in Zukunft so bleiben. Abstrakt ausgedrückt: In der Alltagsgeschichte ist alles relativ, die guten Erinnerungen bleiben haften. Und das ist gut so eingerichtet.    

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