Aktuelles

Teilnehmer der Exkursion vor dem Dom St. Martin in Rottenburg am Neckar
Teilnehmer der Exkursion vor dem Dom St. Martin in Rottenburg am Neckar

Letzte Woche bot der Heimatkreis eine Exkursion zur Engelausstellung im Rottenburger Diözesan-museum. Die dort gezeigten hochkarätigen Bilder, Skulpturen und Sakral-gegenstände gaben nur

eine ungefähre Antwort auf die Frage, was sind denn Engel überhaupt?

Wie sie aussehen ist unbekannt, wo sie sich aufhalten weiß man nicht. Aber Engel als unsichtbare Wesen gibt es in verschiedenen Religionen, im Judentum und auch im Islam. Geflügelte Wesen – im Großen und Ganzen, die heutige Vorstellung über das Aussehen der Engel gab es schon bei den Ägyptern. Ein Großteil der gezeigten Gegenstände stammt aus dem christlich abendländischen Sakralbereich. Und weil Engel für uns Menschen unsichtbar bleiben, wechselt ihr Abbild mit den Stilrichtungen der Kunst. Michael mit der

Seelenwage hat zu jeder Zeit die Phantasie der Künstler beflügelt. Die Teilnehmer waren hoch zufrieden mit dem nicht alltäglichen Konzept der „Engelwelten“. Ihnen erschlossen sich „Wegbereiter, Himmelsboten und Lichtgestalten“. In Rottenburg wurde erstmals als  Ausstell-ungskonzept die „Genealogie der Engel“ gewählt, eine durchaus passende  Herangehens-weise für ein nicht ganz einfaches Thema. Dies kam bei unserer Besuchergruppe gut an. Im Übrigen war die Ausstellung in Rottenburg besonders in der zurückliegenden Vorweihnachts-zeit ein Publikumsmagnet. Da wir ziemlich lange im Zug saßen – die Hinfahrt ging über den vorfrühlingshaften Nordschwarzwald, die Rückfahrt über Stuttgart – gab es Gelegenheit auch die kommenden „Aktionen“ des Heimatkreises zu besprechen. Zumindest nach jetzigem Stand der Anmeldungen werden die „Derdinger“ in der Minderheit in der Delegation sein, welche in Glinde vom „Derdinger Nationalfeiertag“ erzählt und das dortige „Lichtmess-museum“ besucht. So stellte sich unser Verein ursprünglich nicht die persönliche Kontakt-aufnahme von Lichtmessaktivisten zwischen dem Süden und Norden vor. Stellt es sich jetzt

heraus, dass Lichtmess „badisch“ geworden ist?

Unsere Fahrt nach Wittenberg, Magdeburg, Naumburg, verbunden mit dem Besuch des

Lichtmessmuseums in Glinde, ist noch nicht ausgebucht. Termin: vom 26. bis 28. April 2019. Kosten 300 € pro Person. Bei Interesse melden sie sich bitte telefonisch an bei E. Breitinger in Oberderdingen Tel. 912800 oder bei H. Kowarsch in Flehingen Tel 8326.

(1119)

Engel

Zwei von insgesamt 24 Engeln der monumentalen Ausmalung von 1933 in den Kuppeln der St. Martinskirche in Flehingen
Zwei von insgesamt 24 Engeln der monumentalen Ausmalung von 1933 in den Kuppeln der St. Martinskirche in Flehingen

Aus der Bibel kennt man Cherubim und Seraphim,

geflügelte Wesen, deren Aussehen oder Geschlecht sich aus der Heiligen Schrift

nicht weiter erschließt. Das Rottenburger Diözesan-museum zeigt in einer Ausstellung den Wandel in der Auffassung und Darstellung der Boten Gottes im Laufe der Zeit und in den verschiedenen Kulturen. Augustinus hat in seinem „Gottesstaat“ Engel und Dämonen verglichen. Er lehnt die Anbetung der Engel ab, fordert aber deren Verehrung. Heute kennt man umgangssprachlich noch den „Schutzengel“ oder nutzt den positiv besetzten Begriff, um Zuneigung auszudrücken. Die Rottenburger Ausstellung ist in acht Kategorien gegliedert, zeigt das Thema „Engel“ unter verschiedenen Blickwinkeln und wie sich in der jüdisch- christlichen Tradition die Vorstellung von den Boten Gottes entwickelte. Wir treffen uns am Freitag, den 8. März um 9.30 Uhr am Stadtbahnhalt im Flehinger Industriegebiet, fahren mit dem Zug über Pforzheim Stuttgart nach Rottenburg und gehen dort zum Mittagessen. Die Ausstellung ist ab 14 Uhr geöffnet. Kosten

für Fahrt und Eintritt 15€ pro Person. Sie müssen sich vorher nicht anmelden, kommen Sie einfach zum Stadtbahnhalt.

Unsere Exkursion nach Wittenberg, Magdeburg, Naumburg, verbunden mit dem Besuch des Lichtmessmuseums in Glinde ist noch nicht ausgebucht. Termin: vom 26. bis 28. April 2019. Kosten 300 € pro Person. Aber dafür sollten Sie sich anmelden, entweder auf dem Rathaus im Bürgerbüro oder im Aschingerhaus. Es geht auch telefonisch bei H. Kowarsch in Flehingen

Tel 8326 oder E. Breitinger in Oberderdingen Tel. 912800.

(1019)

Unsere Fahrt nach Glinde

Dieter Weisert wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt
Dieter Weisert wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt

Sicher, der Anlass für unsere Fahrt vom 26. April bis 28. April 2019 nach Sachsen-Anhalt ist der Besuch des einzigen Lichtmessmuseums in Deutschland, es steht in Glinde. Aber das wäre ein bisschen dürftig für eine Fahrt über 600 km in den Norden. Wir

besuchen die Lutherstadt Wittenberg und übernachten auch dort. Auf dem Besuchsprogramm steht die Schlosskirche mit der berühmten Thesentüre, der Marktplatz mit den Denkmälern von Luther und Melanchthon. Am Samstag besuchen wir in Glinde das Museum und nachmittags sind wir in Magdeburg. Der Dom steht auf dem Besuchs-programm, wir werden uns auch Zeit zu einem Cafebesuch in der Altstadt nehmen. Die Rückreise führt über Naumburg, die Stadt mit ihrem berühmten Dom aus dem Spätmittelalter. Am Sonntagabend sind wir so gegen 20 Uhr wieder zurück in Oberderdingen. Die Fahrt mit allen Eintritten, mit Übernachtung im Doppelzimmer und einem Abendessen kostet pro Person 300 €. Bitte melden Sie sich an! Entweder bei H. Kowarsch in Flehingen Tel 8326 oder bei E. Breitinger Tel 912800 beziehungsweise auf dem Bürgerbüro des Rathauses oder im Aschingerhaus. Es sollten 40 Fahrtteilnehmer zusammenkommen.

Lichtmess in Glinde verläuft ein bisschen anders als in Oberderdingen. Dort stehen die Sonnenwende und der Abschied vom Winter im Mittelpunkt. Es gibt am ersten Februar-sonntag einen Umzug mit einigen Themenwagen ähnlich der süddeutschen Faschings-umzüge. Die Kultfigur dort ist der „Erbsenstrohbär“ -ein Symbol für den Winter. Aber dies

erkunden die Fahrtteilnehmer am ehesten vor Ort selbst. Wir in Derdingen sind die einzigen, die Lichtmess in Süddeutschland mit einem Kuchenritt begehen. Das interessiert auch die Lichtmessbegeisterten in Mitteldeutschland. Eine Kontaktaufnahme ist sicher kein Fehler. „Lichtmess“ hatte früher eine tiefere Bedeutung als der heutige Halbfeiertag mit dem Krämermarkt bei uns. Eigentlich müsste es ein Leichtes sein, 40 Personen zusammen-zubringen, die als Boten des Derdinger „Nationalfeiertags“ in den Norden reisen. Bitte melden Sie sich jetzt an, damit wir das Hotel verbindlich buchen können.

Bei unserer Jahreshauptversammlung vorige Woche, haben wir Herrn Dieter Weisert für seine Treue zum Verein geehrt. Seit 25 Jahren ist er Mitglied bei uns und hat sich für „Lichtmess in Derdingen“ sehr engagiert. Ihm und seinem „Lichtmess-Wirtschaftsteam“

haben wir das Lichtmessdenkmal im Unterdorf zu verdanken. Das ist auch ein Alleinstellungs-merkmal!

(0919)

Berliner Familiengeschichte mit starken Wurzeln im Kraichgau

Einweihung des Ehrenmales für die Eltern von August Aschinger 1910
Einweihung des Ehrenmales für die Eltern von August Aschinger 1910

Vielleicht hätte dies auch Derdinger Bürger interessieren können: Weil der Referent krankheitshalber ausfiel,

erzählte der ehemalige Bürgermeister selbst erlebte Geschichte mit der

Schwägerin von Elisabeth Aschinger. Es ging also bei der Zusammenkunft von

Kraichgau -Genealogen am letzten Mittwoch um die Familiengeschichte des ersten Oberderdinger Ehrenbürgers August Aschinger, er hatte zwei Kinder. Sein Sohn Fritz übernahm die Führung des Berliner Gastronomieimperiums nach dem Tode seines Vaters, und die Tochter Elisabeth heiratete einen bulgarischen Diplomaten. Beide verübten 1949 kurz nacheinander Selbstmord. Fritz Aschingers Tochter verstarb in Amerika. So erlosch die Familie der Großgastronomen kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auf tragische Weise.

Den ursprünglich vorgesehenen und angekündigten Vortrag zum Thema „Pippi Langstrumpf und ihr genealogischer Zusammenhang mit Theodor Heuß“ wird der Haßmersheimer Genealoge Fritz Müßig im Herbst in Flehingen halten. Pippi Langstrumpf lebte tatsächlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf einer Insel im Bismarck-Archipel nordöstlich von Australien

und hatte nachweislich Ahnengemeinschaft mit dem ersten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Genealogie ist so gesehen mehr als ein langweiliges Rentnersteckenpferd.

Unser Verein will vom 26. bis 28. April 2019 nach Glinde fahren und dort das Lichtmess-museum besuchen. Unser Übernachtungsstandort ist die Lutherstadt Wittenberg, die wir besichtigen. Wie auch das nahe bei Glinde gelegene Magdeburg, dem man heute noch die ehemals starke Festung ansieht. Auf der Rückreise machen wir einen Abstecher nach

Naumburg an der Saale mit seinem ehrwürdigen Dom. Die dreitägige Reise kostet mit allen Führungen, Fahrt, Übernachtungen und einem Abendessen pro Person 300€. Bitte melden Sie sich entweder im Aschingerhaus oder auf dem Bürgerbüro des Rathauses an, wenn Sie sich dafür interessieren. Sie müssen kein Vereinsmitglied sein. Die Fahrt kommt bei 40 Teil-nehmern zustande. Wir bitten dann um eine Vorauszahlung von 50 €, damit wir sicherer planen können. Übrigens: Glinde an der Elbe ist eine Ortschaft, die zur Gemeinde Barby gehört und nicht größer ist als Großvillars.

Wir treffen uns am Donnerstag, den 21.02.2019, um 19.30 Uhr zur Jahreshauptver-sammlung im alten Bahnhof in Flehingen.

(0819)

Nach Glinde und weiter…

Das Denkmal für die Lichtmessreiter auf dem Kelterplatz wurde 2012 eingeweiht
Das Denkmal für die Lichtmessreiter auf dem Kelterplatz wurde 2012 eingeweiht

An Lichtmess wurde über unsere geplante Fahrt nach Glinde diskutiert. Dabei schälte sich heraus, dass der Termin vom 26. bis 28. April 2019 am passendsten ist, und dabei bleibt es jetzt. Ebenso steht nach

vielen Vorschlägen nun auch der Programmrahmen. Wir über-nachten in Wittenberg und wohnen in der Altstadt, die wir gleich am Freitagnachmittag besichtigen. Die Schlosskirche mit der berühmten lutherischen Thesentüre und den Marktplatz mit dem Luther- und Melanchthon-Denkmal. Wir wohnen quasi Wand an Wand mit dem „Lutherhaus“. Am Samstag sind wir dann vormittags in Glinde, besichtigen das dortige „Lichtmessmuseum“ und reisen danach zum Mittagessen weiter nach Magdeburg. Uns interessiert dort der Dom, das älteste gotische Sakralbauwerk in Deutschland. Wir nehmen uns bei unserem Altstadt-rundgang auch Zeit zu einem Café- oder Lokalbesuch. Auf der Rückreise am Sonntag besuchen wir Naumburg an der Saale. Dort steht dessen berühmter Dom, seit letztem Jahr Weltkulturerbe, auf dem Programm. In der Altstadt können wir die weitbekannten Bratwürste probieren. Am Sonntagabend 28.04.19 sind wir so gegen 20 Uhr wieder in Oberderdingen. Interessieren Sie sich für unsere Exkursion ins Hochmittelalter und zum Lichtmessmuseum Glinde, dann melden Sie sich bitte auf dem Bürgerbüro oder im Aschingerhaus an. Die drei-tägige Fahrt kommt zustande, wenn sich 40 Teilnehmer dafür interessieren, und kostet dann 300 €, wir werden eine Anzahlung von 50 € pro Person erheben. Bei unserer Jahreshaupt-versammlung am Donnerstag, den 21.02.2019, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof diskutieren wir auch nochmals das Besuchsprogramm. Dazu sind Sie herzlich eingeladen, und können sich gerne in die Diskussion einbringen, selbst wenn Sie (noch) nicht Mitglied im Heimatkreis sind.

(0719)

Einladung zur Jahreshauptversammlung 2019

Ehemaliges Gasthaus zur Rose, erbaut 1897 – heute Sparkasse Flehingen
Ehemaliges Gasthaus zur Rose, erbaut 1897 – heute Sparkasse Flehingen

Am Donnerstag, den 21. Februar 2019, um 19.30 Uhr ist im alten Flehinger Bahnhof die Jahreshauptversammlung unseres Vereins, zu der alle Mitgliederrecht herzlich eingeladen sind. Als Tagesordnung ist vorgesehen:

 

1.  Bericht des Vorsitzenden

2.  Bericht der Schatzmeisterin

3.  Bericht der Kassenprüfer

4.  Entlastungen

5.  Sonstiges – Aktivitäten 2019

 

Wahlen sind dieses Jahr nicht

vorgesehen. Zu großen Teilen fassen die Mitglieder unseren Verein als Lesegesellschaft auf und freuen sich jedes Mal, wenn ein neuer Rundbrief mit alten Fotos und Geschichten zu unserer Gemeinde mit ihren Ortsteilen erscheint. Großen Zuspruch haben auch die Sonder-veröffentlichungen, vor allem unsere Ortsfotoalben. Dieses Interesse an der „Heimat“ ist erfreulich, und es wird als Kernbereich des Heimatkreises Oberderdingen“ weiterhin gepflegt. Aber der Verein will mehr bieten. Zum Beispiel Fahrten zu Museen, Ausstellungen oder Sehenswürdigkeiten. Für dieses Jahr ist eine Fahrt nach Glinde (bei Magdeburg) und nach Rottenburg (am Neckar) geplant. Der Heimatkreis will sich auch um „Nachwuchs“ kümmern. Der Ertrag von Fotoausstellungen – letztes Jahr zu Großvillars – war regelmäßig ein Mitgliederzuwachs. Allerdings waren diese zumeist nicht „jugendlich“, sondern passten zum Altersdurchschnitt des Vereins. Der Heimatkreis könnte auch den Rahmen für Workshops zu sonst eher selten angebotenen Aktivitäten bieten, wie z.B. Leseübungen in „Altdeutscher Schrift“. Themen gäbe es viele: Recherche vor Ort zu heute nicht mehr existierenden Ortsvereinen wäre beispielsweise eine lohnende Aufgabe, dort könnte man auf Über-raschungen stoßen. Wenn Sie Anregungen geben oder  Vorschläge für neue Angebote unseres Vereins machen wollen, dann kommen Sie bitte zur Jahreshauptversammlung. Wir zeigen dort auch neue uns überlassene alte Bilder.

Wer sich für Familienforschung interessiert, ist bei uns ebenfalls gut aufgehoben. Wir  kooperieren mit dem Arbeitskreis Genealogie im Heimatverein Kraichgau, der sich am Mittwoch, den 13. Februar 2018, um 19.00 Uhr ebenfalls im Flehinger Bahnhof trifft. Dort

referiert Fritz Müßig, ein Heimatforscher und Genealoge aus Haßmersheim, über den ersten Bundespräsidenten Dr. Theodor Heuß und stellt dessen Vorfahren aus dem kurpfälzischen Neckartal vor. 

(0619)

Lichtmess anderswo

Lichtmessreiter, der so nicht mehr im Unterdorf steht
Lichtmessreiter, der so nicht mehr im Unterdorf steht

Was Lichtmess bedeutet, weiß jeder Einheimische in Oberderdingen, man erhält auf Nachfrage erschöpfende Auskunft über Herkunft und Tradition des „Kuchenritts“. Gut ist, dass auch Schulkinder bei diesem „Derdinger National-feiertag“ in das Geschehen einbezogen werden, so vererbt man Tradition. Eher stockende Auskunft erhält der Fragende, wenn er sich bei Einheimischen erkundigt, was das Wort „Licht-mess“ eigentlich bedeutet. Dessen kirchlicher Ursprung ist bei uns im Volk verschüttet. In Bayern sagt man zum 2. Februar an manchen Orten, es sei Unser Frauentag der Kreuzweihe“ – das Fest „Maria Reinigung“ und Darstellung des Kindes Jesu im Tempel (nach mosaischem

Gesetz 40 Tage nach der Geburt). Bei dieser Gelegenheit preist der alte Simeon das Kind als künftigen Messias – aber das alles lassen Sie sich am besten von Ihrem Pfarrer erklären -- (wäre doch eine Motivation am kommenden Sonntag in die Kirche zu gehen, die Katholiken

können dort dann auch den Segen des Hl. Blasius erhalten, der vor Halskrankheiten und allem Bösen bewahren soll!) Lichtmess als „Bauernfeiertag“ ist auch bei uns noch ein  bis-schen geläufig, jedenfalls bei den Älteren. Die Feldarbeit begann, und Dienstboten konnten ihre Stelle wechseln. Aber das hatte nach dem zweiten Weltkrieg an Bedeutung eingebüßt und ist im Volksgedächtnis nicht mehr allgegenwärtig. An noch frühere Zeiten erinnert „Licht-mess“, wie es in Sachsen-Anhalt an zwei Orten gefeiert wird. In Spergau, heute ein tausend Einwohner großer Stadtteil von Leuna, wird der Brauch als ein „Konglomerat von kultischen Spiel-Rudimenten und Inszenierung von Begebenheiten, die im Laufe der Geschichte ihre Bedeutung im Dorf hatten“ erklärt. Dort werden am ersten Februarsonntag Würste gesam-melt, die abends beim Tanz gemeinsam verzehrt werden, es gibt einen Umzug im Dorf, der an Rheinländische Faschingszüge erinnert. Es treten im Laufe des Tages Symbolgestalten auf, sie necken die Leute und schwärzen sie mit Ruß. Die Spergauer Lichtmess ist im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingetragen. Anders wiederum feiert man Lichtmess in Glinde, dort gibt es ebenfalls einen närrischen Umzug durch das kleine

Dorf. Vorher wird mit dem „Bratwurstblasen“ essbares gesammelt, es gibt reichlich zu trinken und auch ein ziemlich nasses „Frauenfrühstück“. Jedenfalls glaubt man, dass Lichtmess dort vorchristliche oder slawische Wurzeln habe. Und Glinde, es ist einwohnermäßig kleiner als Großvillars, hat das einzige Lichtmessmuseum in Deutschland, in dem das Brauchtum um

dieses Fest zusammengestellt ist. Dieses „Lichtmessmuseum“ wollen wir uns im kommenden April ansehen. Die dreitägige Reise wird mit Übernachtung und Frühstück etwa 250 bis 300 € pro Person kosten. Wir sehen uns aber nicht nur im Dorf Glinde an der Elbe um, sondern besuchen das nahegelegene Magdeburg und auch Naumburg mit seinem Dom (seit Juli 2018

UNESCO-Welterbe) auf der Rückreise. Auch Dessau, den Wörlitzer Park sowie die Lutherstadt Eisleben und das Kyffhäuserdenkmal könnte man in diese Reise miteinbeziehen.

Das genaue Programm und den Termin möchte der Heimatkreis zusammen mit den an dieser Fahrt Interessierten noch festlegen. Wenn Sie also Interesse an „Lichtmess anderswo“ haben, fahren Sie doch einfach mit uns nach Glinde. Sie können Ihr Reiseinteresse schon jetzt auf dem Bürgerbüro des Rathauses vormerken lassen. Kommen mindestens 40 Reiseteilnehmer zusammen, gibt es die Fahrt im April.

(0519)

Was bleibt?

Besuchergruppe des Heimatkreises vor dem Badischen Landesmuseum
Besuchergruppe des Heimatkreises vor dem Badischen Landesmuseum

Gedankenexperimente sind nicht verboten.

Einmal unterstellt, in 3.500 Jahren wird ein Archäologe bei uns graben. Irgendwo im Kraichgau, wo die Oberflächenstruktur eine frühe Siedlung vermuten

lässt – was würde man dort finden? Betonreste eines Kellers, im  Haus-schutt Keramikscherben und zusammen-gebackenes Metall von Küchengeräten. Wohl keine Skulptur

mehr. Oder die undeutlichere Variante: ein Konglomerat von Porzellanbrocken, Schlacken und geschmolzenem Metall. Schlecht zu deuten – und noch schlechter: von diesen Resten Gesellschaftsstrukturen abzuleiten, wie Aufstieg und Zusammenbruch von Staaten. Aber in der Karlsruher Mykene-Ausstellung berühren solche Fragen den Besucher. Was hat sich also für unsere Zeit erhalten? Wer war die Elite in Mykene oder in den frühen griechischen

Stadtstaaten? Warum brach dort im 12. Jahrhundert v. Chr. die Zivilisation zusammen?

Waren es Folgen eines Krieges, eines Erdbebens oder einer Revolution? Man sieht den spär-lichen Hinterlassenschaften das Ende der großen Zeit der Mykenischen oder Griechischen Hochkultur nicht an. Im Wesentlichen haben sich für uns Kostbarkeiten aus Gräbern erhalten. Goldmasken, Schmuck und Waffen. Feine Ketten, mit denen sich auch heute noch Frauen schmücken möchten, goldene Zierwaffen, Siegel, Broschen, Ringe. Die fein ziselierte Gold-kette mit stilisierten Papyrusblüten könnte durchaus das Schaufenster eines heutigen Spitzen-juweliers zieren. Man erkennt Hinweise auf weitreichenden Handel bis in den Sudan hinein mit Elfenbein oder bis zur Ostsee mit Bernstein. Die Reste einer faszinierenden Welt erschlossen sich der Besuchergruppe des Heimatkreises, die am vergangenen Freitag die Ausstellung zu Mykene im Badischen Landesmuseum besuchte. Mykenes berühmtes Löwentor öffnet den Zugang zur Burg des Agamemnon. Die Mythen vom Bruder- und Kindermord, ja von Kannibalismus gaben den Anstoß zu Heinrich Schliemanns Ausgrab-ungen. Er war vom wahren Kern der sagenhaften Überlieferung zum Trojanischen Krieg fest überzeugt. Das Ergebnis dieser nun schon über 100 Jahre dauernden Sondierung in der griechischen Frühgeschichte sieht man jetzt in Karlsruhe. Die Teilnehmer unseres Ausflugs waren von den gezeigten Exponaten überwältigt. Weil auch die Stadtbahn pünktlich fuhr, waren alle restlos begeistert.

(0419)

Vorschau aufs Frühjahr

Fröhliche Geburtstagsrunde in der Derdinger Rose ca. 1955
Fröhliche Geburtstagsrunde in der Derdinger Rose ca. 1955

Vorschau aufs Frühjahr

Wenn Sie mit uns zur Ausstellung „Mykene – die sagenhafte Welt des Agamemnon“ ins Badische Landesmuseum im Karlsruher Schloss fahren wollen, kommen Sie

einfach am Freitag, den 18. Januar 2019 um 12.30 Uhr zum Stadtbahnhalt Industriegebiet nach Flehingen. Sie müssen sich nicht anmelden, Fahrt und Eintritt kosten 18,- € pro Person. Die Karlsruher Sonderausstellung zeigt den Aufstieg, die wirtschaftliche und kulturelle Blüte, sowie den raschen Untergang des Mykene Reiches während der Periode von 1600 bis 1200 vor Christus in Griechenland. Wir planen für dieses Frühjahr noch mehr

Reisen, z.B. auch ins Diözesanmuseum nach Rottenburg. Wir wollen auch – entsprechende Beteiligung vorausgesetzt – eine Exkursion nach Glinde bei Magdeburg anbieten. Dazu sollten Sie sich aber anmelden. In dieser Gemeinde gibt es das einzige „Lichtmess-Museum“ Deutschlands. Dort oben an der Elbe feiert man, zwar anders als bei uns, auch Lichtmess. Den genauen Termin der Reise (voraussichtlich im April) werden wir gemeinsam mit den Interessenten festlegen, genauso das Programm. Vielleicht mit einem Abstecher nach Magdeburg oder Wittenberg. Kosten für Fahrt und Übernachtung 250 – 300 € pro Person je

nach Teilnehmerzahl. Unsere Jahreshauptversammlung ist am Donnerstag, den 21. Februar 2019 um 19.30 Uhr im alten Bahnhof von Flehingen. Auf der Tagesordnung werden dienormalen Regularien stehen, diesmal auch mit Wahlen. Wer Vorschläge fürs Jahres-programm hat ist herzlich zur Diskussion eingeladen.

Früher gab es mehr Wirtschaften in den Dörfern. Man traf sich dort, denn es gab in den 1950 er Jahren noch keinen Fernseher im Wohnzimmer, auch kein bewirtschaftetes Vereinsheim, und Autos zum Fortfahren hatte die Jugend noch nicht. Die fröhliche Geburtstagsrunde traf sich in der Derdinger Rose so um 1955.  

(0319)

Mykene

Richtfest am Schulhaus in Flehingen 1957
Richtfest am Schulhaus in Flehingen 1957

Mit „Heimat“- Geschichte hat der von uns ange-botene Museumsbesuch in Karlsruhe wohl wenig zu

tun. Und doch: in Griechenland lag die Wiege der ersten europäischen Hochkultur. Mykene war ein Stadtstaat, der zwischen 1.600 und 1.200 vor Christus blühte, bei uns im Kraichgau hatte gerade die Bronzezeit begonnen. Dort im sonnigen Hellas, gab es bereits prunkvolle Steinpaläste, bei uns wohnte man noch in Hütten aus Rutengeflecht mit Lehmbewurf. Über 400 Exponate wie prachtvoller Goldschmuck, Keramik, Götterstatuen, Schwerter und goldene Totenmasken erzählen von der griechischen Frühzeit. Die Ausstellung „Mykene – die sagenhafte Welt des Agamemnon“ macht den Aufstieg, die Blüte und den Verfall dieser Kultur begreifbar, die man bei uns in der Schulzeit durch Schwabs „Sagen des klassischen Altertums“ kennenlernte. Jedenfalls ist die Ausstellung im Badischen Landes-museum ein Highlight, die vielen Goldobjekte wurden bislang noch nie in dieser Zusammen-stellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wir fahren am Freitag, den 18. Januar 2019 mit der Stadtbahn nach Karlsruhe. Treffpunkt ist die Haltestelle Oberderdingen-Flehingen Industriegebiet um 12.30 Uhr, Abfahrt um 12.45 Uhr. Kosten einschließlich Eintritt 18 € pro Person.Unser Ortsfamilienbuch Großvillars-Teil 2 ist von der Bevölkerung gut angenommen worden. Etwa 100 Exemplare konnten wir vor Weihnachten an Interessierte verkaufen. Es gibt aber weiterhin noch Großvillarser Ortsfamilienbücher. Man kann sie bei Oskar Combe in Großvillars oder in der Vinothek am Heinfelser Platz zum Preis von 15 € erwerben. DieAuflage der 2011 von Martin Kößler bearbeiteten ersten Bildersammlung zu Großvillars ist jedoch vergriffen. Wir werden sie dann nachdrucken, wenn genügend Vorbestellungen vorliegen. Sie können sich dafür im Bürgerbüro auf dem Rathaus oder bei Oskar Combe in Großvillars vormerken lassen.Für eine entsprechende Sonderveröffentlichung zu Flehingen sammelt Heinrich KowarschBilder. Sie soll dieses Jahr erscheinen, kann aber nur das von Flehingen zeigen, was die Bevölkerung an alten Fotos zur Verfügung stellt. Gesucht werden typische Aufnahmen zum Gemeindeleben in vergangenen Zeiten. Straßenansichten, aber auch private Bilder von Schulklassen, Feiern, Vereinstätigkeiten und hier insbesondere Fotos, die noch nie inFestschriften veröffentlicht wurden. Auch solche Bilder von nicht mehr existierenden Vereinen, wie dem Kleinkaliber-Schützenverein Flehingen, den es vor dem Krieg gab.(0219)

Mitmachen erwünscht

Flehinger Jagdgesellschaft in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts
Flehinger Jagdgesellschaft in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts

Zu neuen Themen lockt ein neues Jahr! Wenn auf Ostern 2019 der nächste Rundbrief erscheinen soll, so muss man sich jetzt schon um Aufsätze und Autoren kümmern. Vor-gesehen ist ein Artikel zur Koppeljagd der Flehinger

auf Bauerbacher,  Gölshauser und Gochsheimer Markung. Dazu gibt es gute Recherchemöglichkeiten in den erhaltenen Prozessakten von 1834 im Verfahren vor dem Badischen Hofgericht in Rastatt, das sich dann erschließt, wenn man als Hintergrund den „Zeitgeist“ miteinbezieht. Unser Verein bemüht sich um Ausgewogenheit, wir wollen im Rundbrief 57 auch Derdinger oder Großvillarser Themen behandeln. Wer will sich um die Geschichte von Ortsvereinen kümmern, die es heute nicht mehr gibt? Z.B über den Gesangverein Einigkeit Großvillars recherchieren, oder zum Flehinger Kleinkaliberschützen-verein. Auch Untersuchungen zu volkskundlichen Themen wären erwünscht, z.B. die üblichen Speisezettel bei Konfirmationen, Erstkommunionen oder den großen Festen im Jahreslauf, wie Weihnachten und Ostern vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Vielleicht ist heute noch „lebendiges Wissen“ darüber abrufbar. In ein paar Jahren sicher nicht mehr. Wir wollen nächstes Jahr auch Ausflüge organisieren – z.B. zur Ausstellung des badischen Landes-museums  „Mykene, die sagenhafte Welt des Agamemnon“, eine Kombination mit dem Besuch der Ausstellung „Lucida vallis“, das Kloster Lichtenthal als Zentrum kultureller Überlieferung wäre denkbar. Sie ist in der Badischen Landesbibliothek bis Mitte Februar zu sehen. Angedacht ist auch, nach Rottenburg am Neckar zu fahren. Dort ist bis Mitte März 2019 eine Ausstellung über Engelwelten im Diözesanmuseum zu bewundern. Einladungen zu diesen Ausstellungsfahrten erfolgen noch übers Blättle.

Sowohl im Dezember, als auch im Januar fallen unsere turnusgemäßen Zusammenkünfte am jeweiligen dritten Donnerstag des Monats aus.      

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