Aktuelles

Einladung zur Jahreshauptversammlung 2019

Ehemaliges Gasthaus zur Rose, erbaut 1897 – heute Sparkasse Flehingen
Ehemaliges Gasthaus zur Rose, erbaut 1897 – heute Sparkasse Flehingen

Am Donnerstag, den 21. Februar 2019, um 19.30 Uhr ist im alten Flehinger Bahnhof die Jahreshauptversammlung unseres Vereins, zu der alle Mitgliederrecht herzlich eingeladen sind. Als Tagesordnung ist vorgesehen:

 

1.  Bericht des Vorsitzenden

2.  Bericht der Schatzmeisterin

3.  Bericht der Kassenprüfer

4.  Entlastungen

5.  Sonstiges – Aktivitäten 2019

 

Wahlen sind dieses Jahr nicht

vorgesehen. Zu großen Teilen fassen die Mitglieder unseren Verein als Lesegesellschaft auf und freuen sich jedes Mal, wenn ein neuer Rundbrief mit alten Fotos und Geschichten zu unserer Gemeinde mit ihren Ortsteilen erscheint. Großen Zuspruch haben auch die Sonder-veröffentlichungen, vor allem unsere Ortsfotoalben. Dieses Interesse an der „Heimat“ ist erfreulich, und es wird als Kernbereich des Heimatkreises Oberderdingen“ weiterhin gepflegt. Aber der Verein will mehr bieten. Zum Beispiel Fahrten zu Museen, Ausstellungen oder Sehenswürdigkeiten. Für dieses Jahr ist eine Fahrt nach Glinde (bei Magdeburg) und nach Rottenburg (am Neckar) geplant. Der Heimatkreis will sich auch um „Nachwuchs“ kümmern. Der Ertrag von Fotoausstellungen – letztes Jahr zu Großvillars – war regelmäßig ein Mitgliederzuwachs. Allerdings waren diese zumeist nicht „jugendlich“, sondern passten zum Altersdurchschnitt des Vereins. Der Heimatkreis könnte auch den Rahmen für Workshops zu sonst eher selten angebotenen Aktivitäten bieten, wie z.B. Leseübungen in „Altdeutscher Schrift“. Themen gäbe es viele: Recherche vor Ort zu heute nicht mehr existierenden Ortsvereinen wäre beispielsweise eine lohnende Aufgabe, dort könnte man auf Über-raschungen stoßen. Wenn Sie Anregungen geben oder  Vorschläge für neue Angebote unseres Vereins machen wollen, dann kommen Sie bitte zur Jahreshauptversammlung. Wir zeigen dort auch neue uns überlassene alte Bilder.

Wer sich für Familienforschung interessiert, ist bei uns ebenfalls gut aufgehoben. Wir  kooperieren mit dem Arbeitskreis Genealogie im Heimatverein Kraichgau, der sich am Mittwoch, den 13. Februar 2018, um 19.00 Uhr ebenfalls im Flehinger Bahnhof trifft. Dort

referiert Fritz Müßig, ein Heimatforscher und Genealoge aus Haßmersheim, über den ersten Bundespräsidenten Dr. Theodor Heuß und stellt dessen Vorfahren aus dem kurpfälzischen Neckartal vor. 

(0619)

Lichtmess anderswo

Lichtmessreiter, der so nicht mehr im Unterdorf steht
Lichtmessreiter, der so nicht mehr im Unterdorf steht

Was Lichtmess bedeutet, weiß jeder Einheimische in Oberderdingen, man erhält auf Nachfrage erschöpfende Auskunft über Herkunft und Tradition des „Kuchenritts“. Gut ist, dass auch Schulkinder bei diesem „Derdinger National-feiertag“ in das Geschehen einbezogen werden, so vererbt man Tradition. Eher stockende Auskunft erhält der Fragende, wenn er sich bei Einheimischen erkundigt, was das Wort „Licht-mess“ eigentlich bedeutet. Dessen kirchlicher Ursprung ist bei uns im Volk verschüttet. In Bayern sagt man zum 2. Februar an manchen Orten, es sei Unser Frauentag der Kreuzweihe“ – das Fest „Maria Reinigung“ und Darstellung des Kindes Jesu im Tempel (nach mosaischem

Gesetz 40 Tage nach der Geburt). Bei dieser Gelegenheit preist der alte Simeon das Kind als künftigen Messias – aber das alles lassen Sie sich am besten von Ihrem Pfarrer erklären -- (wäre doch eine Motivation am kommenden Sonntag in die Kirche zu gehen, die Katholiken

können dort dann auch den Segen des Hl. Blasius erhalten, der vor Halskrankheiten und allem Bösen bewahren soll!) Lichtmess als „Bauernfeiertag“ ist auch bei uns noch ein  bis-schen geläufig, jedenfalls bei den Älteren. Die Feldarbeit begann, und Dienstboten konnten ihre Stelle wechseln. Aber das hatte nach dem zweiten Weltkrieg an Bedeutung eingebüßt und ist im Volksgedächtnis nicht mehr allgegenwärtig. An noch frühere Zeiten erinnert „Licht-mess“, wie es in Sachsen-Anhalt an zwei Orten gefeiert wird. In Spergau, heute ein tausend Einwohner großer Stadtteil von Leuna, wird der Brauch als ein „Konglomerat von kultischen Spiel-Rudimenten und Inszenierung von Begebenheiten, die im Laufe der Geschichte ihre Bedeutung im Dorf hatten“ erklärt. Dort werden am ersten Februarsonntag Würste gesam-melt, die abends beim Tanz gemeinsam verzehrt werden, es gibt einen Umzug im Dorf, der an Rheinländische Faschingszüge erinnert. Es treten im Laufe des Tages Symbolgestalten auf, sie necken die Leute und schwärzen sie mit Ruß. Die Spergauer Lichtmess ist im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingetragen. Anders wiederum feiert man Lichtmess in Glinde, dort gibt es ebenfalls einen närrischen Umzug durch das kleine

Dorf. Vorher wird mit dem „Bratwurstblasen“ essbares gesammelt, es gibt reichlich zu trinken und auch ein ziemlich nasses „Frauenfrühstück“. Jedenfalls glaubt man, dass Lichtmess dort vorchristliche oder slawische Wurzeln habe. Und Glinde, es ist einwohnermäßig kleiner als Großvillars, hat das einzige Lichtmessmuseum in Deutschland, in dem das Brauchtum um

dieses Fest zusammengestellt ist. Dieses „Lichtmessmuseum“ wollen wir uns im kommenden April ansehen. Die dreitägige Reise wird mit Übernachtung und Frühstück etwa 250 bis 300 € pro Person kosten. Wir sehen uns aber nicht nur im Dorf Glinde an der Elbe um, sondern besuchen das nahegelegene Magdeburg und auch Naumburg mit seinem Dom (seit Juli 2018

UNESCO-Welterbe) auf der Rückreise. Auch Dessau, den Wörlitzer Park sowie die Lutherstadt Eisleben und das Kyffhäuserdenkmal könnte man in diese Reise miteinbeziehen.

Das genaue Programm und den Termin möchte der Heimatkreis zusammen mit den an dieser Fahrt Interessierten noch festlegen. Wenn Sie also Interesse an „Lichtmess anderswo“ haben, fahren Sie doch einfach mit uns nach Glinde. Sie können Ihr Reiseinteresse schon jetzt auf dem Bürgerbüro des Rathauses vormerken lassen. Kommen mindestens 40 Reiseteilnehmer zusammen, gibt es die Fahrt im April.

(0519)

Was bleibt?

Besuchergruppe des Heimatkreises vor dem Badischen Landesmuseum
Besuchergruppe des Heimatkreises vor dem Badischen Landesmuseum

Gedankenexperimente sind nicht verboten.

Einmal unterstellt, in 3.500 Jahren wird ein Archäologe bei uns graben. Irgendwo im Kraichgau, wo die Oberflächenstruktur eine frühe Siedlung vermuten

lässt – was würde man dort finden? Betonreste eines Kellers, im  Haus-schutt Keramikscherben und zusammen-gebackenes Metall von Küchengeräten. Wohl keine Skulptur

mehr. Oder die undeutlichere Variante: ein Konglomerat von Porzellanbrocken, Schlacken und geschmolzenem Metall. Schlecht zu deuten – und noch schlechter: von diesen Resten Gesellschaftsstrukturen abzuleiten, wie Aufstieg und Zusammenbruch von Staaten. Aber in der Karlsruher Mykene-Ausstellung berühren solche Fragen den Besucher. Was hat sich also für unsere Zeit erhalten? Wer war die Elite in Mykene oder in den frühen griechischen

Stadtstaaten? Warum brach dort im 12. Jahrhundert v. Chr. die Zivilisation zusammen?

Waren es Folgen eines Krieges, eines Erdbebens oder einer Revolution? Man sieht den spär-lichen Hinterlassenschaften das Ende der großen Zeit der Mykenischen oder Griechischen Hochkultur nicht an. Im Wesentlichen haben sich für uns Kostbarkeiten aus Gräbern erhalten. Goldmasken, Schmuck und Waffen. Feine Ketten, mit denen sich auch heute noch Frauen schmücken möchten, goldene Zierwaffen, Siegel, Broschen, Ringe. Die fein ziselierte Gold-kette mit stilisierten Papyrusblüten könnte durchaus das Schaufenster eines heutigen Spitzen-juweliers zieren. Man erkennt Hinweise auf weitreichenden Handel bis in den Sudan hinein mit Elfenbein oder bis zur Ostsee mit Bernstein. Die Reste einer faszinierenden Welt erschlossen sich der Besuchergruppe des Heimatkreises, die am vergangenen Freitag die Ausstellung zu Mykene im Badischen Landesmuseum besuchte. Mykenes berühmtes Löwentor öffnet den Zugang zur Burg des Agamemnon. Die Mythen vom Bruder- und Kindermord, ja von Kannibalismus gaben den Anstoß zu Heinrich Schliemanns Ausgrab-ungen. Er war vom wahren Kern der sagenhaften Überlieferung zum Trojanischen Krieg fest überzeugt. Das Ergebnis dieser nun schon über 100 Jahre dauernden Sondierung in der griechischen Frühgeschichte sieht man jetzt in Karlsruhe. Die Teilnehmer unseres Ausflugs waren von den gezeigten Exponaten überwältigt. Weil auch die Stadtbahn pünktlich fuhr, waren alle restlos begeistert.

(0419)

Vorschau aufs Frühjahr

Fröhliche Geburtstagsrunde in der Derdinger Rose ca. 1955
Fröhliche Geburtstagsrunde in der Derdinger Rose ca. 1955

Vorschau aufs Frühjahr

Wenn Sie mit uns zur Ausstellung „Mykene – die sagenhafte Welt des Agamemnon“ ins Badische Landesmuseum im Karlsruher Schloss fahren wollen, kommen Sie

einfach am Freitag, den 18. Januar 2019 um 12.30 Uhr zum Stadtbahnhalt Industriegebiet nach Flehingen. Sie müssen sich nicht anmelden, Fahrt und Eintritt kosten 18,- € pro Person. Die Karlsruher Sonderausstellung zeigt den Aufstieg, die wirtschaftliche und kulturelle Blüte, sowie den raschen Untergang des Mykene Reiches während der Periode von 1600 bis 1200 vor Christus in Griechenland. Wir planen für dieses Frühjahr noch mehr

Reisen, z.B. auch ins Diözesanmuseum nach Rottenburg. Wir wollen auch – entsprechende Beteiligung vorausgesetzt – eine Exkursion nach Glinde bei Magdeburg anbieten. Dazu sollten Sie sich aber anmelden. In dieser Gemeinde gibt es das einzige „Lichtmess-Museum“ Deutschlands. Dort oben an der Elbe feiert man, zwar anders als bei uns, auch Lichtmess. Den genauen Termin der Reise (voraussichtlich im April) werden wir gemeinsam mit den Interessenten festlegen, genauso das Programm. Vielleicht mit einem Abstecher nach Magdeburg oder Wittenberg. Kosten für Fahrt und Übernachtung 250 – 300 € pro Person je

nach Teilnehmerzahl. Unsere Jahreshauptversammlung ist am Donnerstag, den 21. Februar 2019 um 19.30 Uhr im alten Bahnhof von Flehingen. Auf der Tagesordnung werden die

normalen Regularien stehen, diesmal auch mit Wahlen. Wer Vorschläge fürs Jahres-programm hat ist herzlich zur Diskussion eingeladen.

Früher gab es mehr Wirtschaften in den Dörfern. Man traf sich dort, denn es gab in den 1950 er Jahren noch keinen Fernseher im Wohnzimmer, auch kein bewirtschaftetes Vereinsheim, und Autos zum Fortfahren hatte die Jugend noch nicht. Die fröhliche Geburtstagsrunde traf sich in der Derdinger Rose so um 1955.  

(0319)

Mykene

Richtfest am Schulhaus in Flehingen 1957
Richtfest am Schulhaus in Flehingen 1957

Mit „Heimat“- Geschichte hat der von uns ange-botene Museumsbesuch in Karlsruhe wohl wenig zu

tun. Und doch: in Griechenland lag die Wiege der ersten europäischen Hochkultur. Mykene war ein Stadtstaat, der zwischen 1.600 und 1.200 vor Christus blühte, bei uns im Kraichgau hatte gerade die Bronzezeit begonnen. Dort im sonnigen Hellas, gab es bereits prunkvolle Steinpaläste, bei uns wohnte man noch in Hütten aus Rutengeflecht mit Lehmbewurf. Über 400 Exponate wie prachtvoller Goldschmuck, Keramik, Götterstatuen, Schwerter und goldene Totenmasken erzählen von der griechischen Frühzeit. Die Ausstellung „Mykene – die sagenhafte Welt des Agamemnon“ macht den Aufstieg, die Blüte und den Verfall dieser Kultur begreifbar, die man bei uns in der Schulzeit durch Schwabs „Sagen des klassischen Altertums“ kennenlernte. Jedenfalls ist die Ausstellung im Badischen Landes-museum ein Highlight, die vielen Goldobjekte wurden bislang noch nie in dieser Zusammen-stellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wir fahren am Freitag, den 18. Januar 2019 mit der Stadtbahn nach Karlsruhe. Treffpunkt ist die Haltestelle Oberderdingen-Flehingen Industriegebiet um 12.30 Uhr, Abfahrt um 12.45 Uhr. Kosten einschließlich Eintritt 18 € pro Person.Unser Ortsfamilienbuch Großvillars-Teil 2 ist von der Bevölkerung gut angenommen worden. Etwa 100 Exemplare konnten wir vor Weihnachten an Interessierte verkaufen. Es gibt aber weiterhin noch Großvillarser Ortsfamilienbücher. Man kann sie bei Oskar Combe in Großvillars oder in der Vinothek am Heinfelser Platz zum Preis von 15 € erwerben. DieAuflage der 2011 von Martin Kößler bearbeiteten ersten Bildersammlung zu Großvillars ist jedoch vergriffen. Wir werden sie dann nachdrucken, wenn genügend Vorbestellungen vorliegen. Sie können sich dafür im Bürgerbüro auf dem Rathaus oder bei Oskar Combe in Großvillars vormerken lassen.Für eine entsprechende Sonderveröffentlichung zu Flehingen sammelt Heinrich KowarschBilder. Sie soll dieses Jahr erscheinen, kann aber nur das von Flehingen zeigen, was die Bevölkerung an alten Fotos zur Verfügung stellt. Gesucht werden typische Aufnahmen zum Gemeindeleben in vergangenen Zeiten. Straßenansichten, aber auch private Bilder von Schulklassen, Feiern, Vereinstätigkeiten und hier insbesondere Fotos, die noch nie inFestschriften veröffentlicht wurden. Auch solche Bilder von nicht mehr existierenden Vereinen, wie dem Kleinkaliber-Schützenverein Flehingen, den es vor dem Krieg gab.(0219)

Mitmachen erwünscht

Flehinger Jagdgesellschaft in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts
Flehinger Jagdgesellschaft in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts

Zu neuen Themen lockt ein neues Jahr! Wenn auf Ostern 2019 der nächste Rundbrief erscheinen soll, so muss man sich jetzt schon um Aufsätze und Autoren kümmern. Vor-gesehen ist ein Artikel zur Koppeljagd der Flehinger

auf Bauerbacher,  Gölshauser und Gochsheimer Markung. Dazu gibt es gute Recherchemöglichkeiten in den erhaltenen Prozessakten von 1834 im Verfahren vor dem Badischen Hofgericht in Rastatt, das sich dann erschließt, wenn man als Hintergrund den „Zeitgeist“ miteinbezieht. Unser Verein bemüht sich um Ausgewogenheit, wir wollen im Rundbrief 57 auch Derdinger oder Großvillarser Themen behandeln. Wer will sich um die Geschichte von Ortsvereinen kümmern, die es heute nicht mehr gibt? Z.B über den Gesangverein Einigkeit Großvillars recherchieren, oder zum Flehinger Kleinkaliberschützen-verein. Auch Untersuchungen zu volkskundlichen Themen wären erwünscht, z.B. die üblichen Speisezettel bei Konfirmationen, Erstkommunionen oder den großen Festen im Jahreslauf, wie Weihnachten und Ostern vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Vielleicht ist heute noch „lebendiges Wissen“ darüber abrufbar. In ein paar Jahren sicher nicht mehr. Wir wollen nächstes Jahr auch Ausflüge organisieren – z.B. zur Ausstellung des badischen Landes-museums  „Mykene, die sagenhafte Welt des Agamemnon“, eine Kombination mit dem Besuch der Ausstellung „Lucida vallis“, das Kloster Lichtenthal als Zentrum kultureller Überlieferung wäre denkbar. Sie ist in der Badischen Landesbibliothek bis Mitte Februar zu sehen. Angedacht ist auch, nach Rottenburg am Neckar zu fahren. Dort ist bis Mitte März 2019 eine Ausstellung über Engelwelten im Diözesanmuseum zu bewundern. Einladungen zu diesen Ausstellungsfahrten erfolgen noch übers Blättle.

Sowohl im Dezember, als auch im Januar fallen unsere turnusgemäßen Zusammenkünfte am jeweiligen dritten Donnerstag des Monats aus.      

(515218)